Montag, 17. August 2015

[Rez(ept)ension] "MING GAMES" von Teri Terry


Einzelband, welcher am 01.07.2015 beim Coppenrath Verlag erschienen ist und von der Autorin Teri Terry geschrieben wurde. Das Hardcover umfasst 464 Seiten bei einem Preis von 17,95€.

Die Welt, in der du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn jemand mit deinen Gedanken spielt? In Lunas Leben ist jeder online: virtueller Unterricht, Dates und Sport als Avatar, sogar das Parlament tagt digital. Nur Luna bleibt offline. Sie ist eine Verweigerin, seit ihre Mutter vor Jahren in einem Online-Spiel starb. Umso überraschter ist Luna, als sie von der mächtigen Firma PareCo zu einem Einstufungstest eingeladen wird – und einen der begehrten Programmierer-Jobs erhält. Warum hat die Firma so ein großes Interesse an ihr? Als Luna den begabten Hacker Gecko kennenlernt, beginnt sie die von PareCo erschaffene Welt immer mehr zu hinterfragen. Doch dann ist Gecko auf einmal verschwunden, und Luna kann sich nicht mehr an ihn erinnern …

„So ruhig sollte es in keiner Schule sein.“ (Seite 9)

 

Ich habe die „Gelöscht“-Trilogie der Autorin geliebt! Diese Trilogie war/ ist einfach unglaublich genial und steigert sich mit jedem Band. Die Autorin übertrifft sich sozusagen jedes Mal wieder aufs Neue. Natürlich kann ich gar nicht ohne eine gewisse Erwartungshaltung an ein neues Buch von dieser „Bücher-Göttin“ greifen. Meine Erwartungen sind dementsprechend sehr hoch, da ich hier wirklich eine neue Lieblingsautorin gefunden habe. Ich habe mich gigantisch gefreut, als ich erfahren habe, dass „Mind Games“ auch übersetzt wird und nun halte ich es endlich in meinen Händen. Was mich schon zum nächsten Punkt führt: Dem genialen Cover.

Eigentlich mochte ich das Originalcover schon sehr, aber als ich dann das Cover vom Coppenrath Verlag gesehen habe, war ich einfach nur fasziniert. Man muss es schon in der Hand halten, um den ungewöhnlichen Schimmer zu entdecken. Es ist überwiegend in einer gewagten Farbkombination aus Blau/Türkis/Grün und Lila gehalten. Das Cover erinnert mich teilweise an das Ergebnis von einem Kaleidoskop. In diesem befinden sich bunte Glassteine, die man durchs Drehen bewegen kann und von den Spiegeln zurückgeworfen werden, sodass man immer wieder neue Muster bewundern kann. Andererseits könnte es sich auch um Blütenblätter handeln. So ganz identifizierbar ist es also nicht, aber ein totaler Eyecatcher auf jeden Fall. Mit seiner schimmernden Hologrammfolie und dem Spotlack auf dem Titel sticht das Buch deutlich aus der breiten Masse hervor.


Nicht nur das Äußere kann bei diesem Buch punkten, denn auch bei der Innengestaltung hat sich der Verlag viel Mühe gegeben und diese sinngemäß vom Original übernommen. So findet sich am Anfang eines jeden Abschnitts jeweils die Abschnittszahl, ein beschreibendes Wort und ein passendes Zitat, welches zum Inhalt des Abschnitts ausgewählt wurde. Der Schreibstil war auch dieses Mal sehr flüssig, eben genau so wie ich es von der „Gelöscht“-Trilogie gewohnt war.


Zuallererst möchte ich betonen, dass diese Dystopie im England nach dem dritten Weltkrieg erschreckend realistisch war! Ich bekam nie den Eindruck, als würde die Autorin den Sci-Fi-Anteil unrealistisch einbauen, nur um die Geschichte noch mysteriöser zu gestalten. Viele Menschen sind jetzt schon fast den ganzen Tag online und deswegen konnte ich mir diese Gesellschaft, wo jeder ständig nur noch online ist, sehr gut vorstellen. Diese Dystopie ist vielleicht gerade deswegen so erschütternd und mitreißend, weil nicht mehr viel fehlt, um uns zu dem zu machen, was in der Geschichte beschrieben wird. Wir sind nur einen falschen Steinwurf von dem Leben in dieser Dystopie entfernt, nur das es dann unsere Realität ist. So wird Intelligenz allein als gefährlich erachtet, wird sie nicht mit einem ausreichenden Maß an Rationalität ausgeglichen. Wer irrational ist, der gilt als gefährlich und wer dann noch intelligent ist, wird als regelrechte Gefahr eingestuft, da früher immer diese Menschen die Macht an sich gerissen und missbraucht haben. Die Grundidee ist also wirklich außergewöhnlich, detailliert und einzigartig.

Doch wenn sich das Leben in der Zukunft nur noch online abspielt, wie sehr werden dann soziale Kontakte vernachlässigt? Luna ist eine derjenigen, die sich diesem Online-Leben verweigern und zwar aus guten Grund: Kinder spielen nicht länger in Parks, sondern in virtuellen Welten. Die Verabredungen sind nur noch online und die sexuellen Kontakte ebenfalls, was zu einer Bevölkerungsverringerung führt. Der Unterricht findet fast nur noch online statt und die Verweigerer bilden eine Klasse für sich, die ausgegrenzt wird. Darüber hinaus gibt es noch unzählige andere Nachteile aber Luna ist sich sicher, dass sie mit ihrer Entscheidung die richtige Wahl getroffen hat. Sie verzichtet also auf das Implantat, mit dem man sich jederzeit in „RealTime“ einloggen kann, aber auch auf die vielen Vorteile die damit einhergehen. Doch was ist der wahre Grund dafür, dass Luna verweigert? Nicht mal Luna selbst scheint den wahren Grund zu kennen. Doch dann wird sie zum Test von PareCo einberufen, obwohl sie Verweigerin ist und nicht mal ein Implantat trägt. Liegt es an ihrer Mutter Astra, einer genialen Hackerin bis zu ihrem Tod? Doch alles kommt noch viel schlimmer, als Luna es jemals für möglich gehalten hat.


Luna war mir sofort sympathisch, denn auch ich sträube mich bei dem Gedanken ein Implantat zu tragen, mit dem man sich jederzeit einloggen kann. Viel zu sehr würde ich mich von einem Missbrauch dieses Implantats fürchten. Luna hingegen hat Gründe, die zunächst nicht ganz offensichtlich sind, im Verlauf der Geschichte dafür umso deutlicher. Sie ist Verweigerin aus gutem Grund und nimmt die Nachteile auch in Kauf. Sie hat kaum Freunde, kaum Sozialkontakte und gilt selbst unter den Verweigerern als Freak, da sie keinen ersichtlichen Grund wie zB: Religion als Verweigerungsgrund hat. Luna war ein ziemlich starker Charakter, der sich nicht leicht unterkriegen lässt aber auch selten leicht naive Vorstellungen vom großen Ganzen hatte. Jedoch war sie nach einer Enthüllung stets bereit für sich und diejenigen alles zu geben, was nötig scheint, um sie zu retten/ zu beschützen. Die Autorin hat hier einen starken und authentischen Charakter erschaffen, der fast schon lebendig erscheint. Auch die Nebencharaktere wie Gecko sind sehr gut ausgearbeitet und könnten fast schon mit der Protagonistin mithalten. Das Besondere an ihnen ist, dass man nicht immer sofort erkennt wer gut oder böse ist. Luna verschenkt ihr Vertrauen nicht leichtfertig und trotzdem weiß man nie so genau wem man eigentlich gerade vertrauen kann. Diese Wirrungen verleihen dem Buch noch zusätzliche Spannung.

Besonders gut gefallen hat mir zudem, dass die Liebesgeschichte von der Autorin dieses Mal nur angedeutet und nicht komplett ausgefüllt wurde. Sie stand nicht im Vordergrund und war auch nicht zu aufdringlich, sodass die Geschichte sich voll und ganz entfalten konnte. Besonders das Ende war dann sehr emotional und damit habe ich so gar nicht gerechnet. Generell baut die Autorin gekonnte Spannungen auf und Überraschungen ein, sodass mir beim Lesen nie langweilig wurde. Alle aufgeworfenen Fragen werden am Ende zufriedenstellend gelöst und auch die Auflösung des großen Ganzen hat mich emotional sehr packen können. In der späteren Handlung wird kurz zurückgegriffen auf etwas, dass Fans der „Gelöscht“-Trilogie sofort wiedererkennen dürften. Das fand ich wirklich genial und ich bin regelrecht auf und ab gehüpft vor Freude.

Fans der „Gelöscht“-Trilogie sollten hier unbedingt wieder zugreifen, aber auch Teri Terry Neulinge werden sicherlich durch den genialen Schreibstil, die realistisch angehauchten Elemente und die erschreckend zukunftsnahen Momente gefesselt werden. Ich vergebe hiermit 5 Cookies und hoffe wir dürfen noch sehr viel mehr in Zukunft von dieser grandiosen Autorin erwarten!



Ich möchte mich ganz herzlich beim Coppenrath Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Hallo Conny, :)
    eine sehr schöne Rezi, die wirklich Lust auf das Buch macht. :) ich habe die Gelöscht-Trilogie auf dem SuB und werde wohl erst mal die lesen. Aber "Mind Games" klingt auch sehr gut und wird dann bestimmt auch noch bei mir einziehen. :)

    Liebe Grüße,
    Marina

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    1. Dankeschöööön ♥ :3
      Ohja, unbedingt! Die "Gelöscht"-Trilogie ist wirklich genialst ♥♥♥ und außerdem gibt es eine kleine Anspielung in Mind Games dazu ;p. Die Bücher von Teri Terry kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen *__*

      Grüße zurück :)

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