Freitag, 23. Dezember 2016

[Rez(ept)ension] "Seelenhauch" von Annie J. Dean


Dies ist ein Einzelband, welcher am 28.11.2016 beim Dark Diamonds Verlag erschienen ist und von der Autorin Annie J. Dean geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 439 Seiten bei einem Preis von 4,99€.


**Für einige Geheimnisse muss man direkt in die Vergangenheit reisen…**
Die 20-jährige Helen glaubt nicht an Geister. Als fertig ausgebildete Krankenschwester hat sie bereits einige Menschen sterben sehen, aber nie wurde sie von einer rastlosen Seele heimgesucht. Das ändert sich schlagartig, als sie sich nach einer scheinbar harmlosen Partie Gläserrücken plötzlich nicht mehr allein fühlt und von einem sterbenden Patienten um einen letzten Gefallen gebeten wird: Sie soll das Zuhause eines gewissen Kilian aufsuchen. Ihre Recherche führt sie in ein steinreiches Villenviertel und direkt in die Arme des attraktiven Jungdesigners Elias. Zusammen versuchen sie der Geschichte des verstorbenen Erben auf die Spur zu kommen – und werden dabei direkt in die Vergangenheit katapultiert…



„Seine Gesichtszüge wirken maskenhaft und kühl, während er seine silberne Taschenuhr aus der Weste zieht und sie in einer übertriebenen Ruhe aufklappt.“ (Position 37)

 

Die E-Books vom Dark Diamonds Verlag waren zum Teil sehr gut, zum Teil eher so lala. An dieses Buch habe ich wieder eine hohe Erwartung, da mich das Thema sehr interessiert, aber zugleich auch abschreckt. Nicht logisch? Ich mag Geistergeschichten, die nicht allzu gruselig werden sondern eher an der Oberfläche kratzen. Die lieben und guten Geister dürfen von mir aus alle in die Geschichte. Böse Geister hingegen dürfen nur kurz auftauchen, weil ich sonst ganz schnell Angst bekomme. Ich habe da echt schwache Nerven, weswegen ich Horrorfilme auch nicht vertrage. Da mein Kopf aber schlimmeres entwirft als jeder Filmmacher es könnte, sind Horrorgeschichten nix für mich. Ergo: Geister ja, aber bitte nur die Lieben :D.


In der rechten oberen Ecke des Buches sieht man eine junge Frau mit heller Haut und blonden Locken, die ernst schaut. Diese soll wahrscheinlich Helen darstellen, die Protagonistin des Buches. Gleich daneben, eher mittig, ist ein großes herrschaftliches Anwesen im Winter mit Schnee, Garten und Bäumen im Hintergrund zu sehen. Ansonsten sind die Ecken mit weißen Blumen und edlen Verzierungen zu sehen. Für mich sieht das Buch nicht nach einem gruseligen Geisterbuch aus und das stimmt mich schon mal positiv. Die Blumen geben mir sogar Hoffnung auf nur einen kleinen Geisteranteil. Insgesamt spricht mich das Cover an, allerdings ist das Mädchengesicht mal wieder unnötig- auch wenn dieses Mal wenigstens passend zur Beschreibung der Protagonistin gewählt wurde.


Vorweg: Was habe ich mich nicht stellenweise gegruselt! Ich bin einfach nicht gemacht für die Horrorfilme dieser Welt, genauso wenig für Gruselbücher aller Art, auch wenn nur im geringen Maße davon auch in diesem Buch Grusel vorhanden war. Deswegen habe ich fürs Lesen auch gut einen Monat gebraucht, weil ich abends im Bett unmöglich an der Geschichte lesen konnte ohne mich danach nicht mehr ins Bad zu trauen :D. Lächerlich? Gut möglich, aber ich konnte einfach nicht.

Die Geschichte wird abwechselnd mal aus der Sicht von Helen, der Protagonistin, und aus der Sicht von Elias erzählt. Helen war für mich sehr sympathisch, wenn auch etwas zu wagemutig. Ich persönlich hätte mich wohl als Kugel zusammen gerollt und das wär’s dann mit meiner geistigen Gesundheit gewesen. Sie hingegen reagiert sehr souverän im Anbetracht der Tatsache, dass ein Geist mit ihr Kontakt aufgenommen hat. Allerdings ist sie manchmal auch wirklich naiv und das hat mich ein wenig genervt. Elias hingegen konnte bei mir total punkten: Er ist nicht der typische Bad Boy, aber auch kein Schlaffi. Er trifft das Sprichwort mit der rauen Schale und dem weichen Kern ganz gut, denn seine Tattoos geben ihm erst einmal ein wildes Aussehen, obwohl er im Inneren sehr sensibel ist. Der ‚psychische Knacks‘ hat ihm auch nochmal etwas Besonderes verliehen und ihn menschlicher gemacht. Die Autorin hat es geschafft ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie echt wirken zu lassen. Ich konnte mit ihnen fühlen und habe regelrecht mitgelitten.

Die Stimmung war die ganze Zeit über entweder leicht düster oder geschwängert von Gefahr. Ab dem Moment der Séance zwischen Helen und ihren zwei WG Mitbewohnerinnen Marissa und Ronja. So gut wie alle Menschen haben in ihrem Leben bestimmt schon einmal darüber nachgedacht an einer Séance (=Glaserrücken) teilzunehmen oder haben tatsächlich an einer teilgenommen. (Außer ich, ich würde sterben vor Angst.) Das Setting war dazu auch immer passend gewählt und so gab es für mich kaum einen Moment zum Durchschnaufen, da ich immer angespannt war, denn an jeder Ecke lauern Gefahren für unsere Protagonisten. Fakt ist: Bereits nach dem ersten Kapitel habe ich mich gegruselt und das zog sich durchweg durch die Geschichte- was natürlich für den hervorragenden Schreibstil der Autorin spricht, aber meine Nerven gar nicht gut fanden. Zusammen mit Helen, ihren Freundinnen und Elias werden wir buchstäblich von den Geistern der Vergangenheit verfolgt.

Helen und Elias zieht es jedoch tiefer in die Geschichte und deren Gegenwart wird immer häufiger mit der Vergangenheit verwoben, denn Killian, der Geist welchen sie bei der Séance heraufbeschwören, hat etwas mit ihnen vor- um jeden Preis. Was genau sie allerdings so herausfinden und ob Killian am Ende ein guter oder ein böser Geist ist, dass müsst ihr selbst herausfinden. Ich habe auch lang genug gebraucht und musste so einige unschöne sowie erschreckende Wenden über mich ergehen lassen. Besonders das Ende hatte es nochmal total in sich, sodass ich auch nachts noch die Geschehnisse im Kopf hatte! Gruselig, denn man weiß zu keiner Zeit worauf die Geschichte schlussendlich hinauslaufen wird und ob unsere Protagonisten das überstehen werden. Nervlich bin ich jetzt, am Ende der Geschichte, ein Wrack und so schnell werde ich auch keine Geistergeschichte mehr zur Hand nehmen, allerdings hat mir diese hier doch ausgesprochen gut gefallen. Dafür das ich mich wirklich, wirklich, wirklich gegruselt habe :D.

Kleiner Kritikpunkt am Ende: Gegen Ende hin wiederholen sich einige Abläufe dann doch immer wieder. Die Charaktere trennen sich voneinander, obwohl sie wissen dass es nicht gut ist. Das erinnerte mich sooo sehr an diese abgedroschenen Kinoszenen und ich musste die Augen verdrehen- mehrmals! Denn das passiert leider nicht nur einmal, sondern mehrmals, manchmal sogar hintereinander. Da hätte sich die Autorin doch ruhig mal etwas anderes ausdenken können.


Wer auf Gruselgeschichten steht, der wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen! Den Perspektivwechsel empfand ich, ebenso wie die düstere Stimmung, mehr als gelungen. Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken fast lebensecht. Mir persönlich etwas zu viel Grusel, besonders am Ende, welches einfach nur packend ist. Am Ende gab es ein paar Wiederholungen, welche mir nicht so gut gefallen haben. Alles in Allem aber eine glaubhafte Gruselgeschichte mit Gänsehauteffekt, die von mir 4 Cookies bekommt.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

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