Sonntag, 12. Juni 2016

[Rez(ept)ension] "Being Beastly. Der Fluch der Schönheit" von Jennifer Alice Jager


Dies ist ein Einzelband, welcher am 02.06.2016 beim Impress Verlag erschienen ist und von der Autorin Jennifer Alice Jager geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 341 Seiten bei einem Preis von 3,99€.


**Wenn Schönheit auf Grauen trifft und Furcht zu Liebe wird…**
Als die schöne Valeria erfährt, wen sie heiraten soll, ist ihr wohlbehütetes Leben auf einen Schlag vorbei. Um den jungen Grafen Westwood ranken sich Schauergeschichten von einem Fluch und ihr neues Heim gleicht eher einer Ruine als einem herrschaftlichen Herrenhaus. Auch Westwood selbst benimmt sich ihr gegenüber mehr wie ein eiskaltes Biest und nicht wie der Mann von Stand, der er eigentlich sein sollte. Doch dann stößt Valeria in einem verstaubten Raum auf magische Windlichter, die jedes für sich ein Geheimnis bergen. Sie zeigen Valeria einen ganz anderen Grafen, voller Freundlichkeit und Güte…

„Sanft fuhr die Bürste durch ihr rot glänzendes Haar.“ (Position 27)

 

Dies ist mein erstes Buch von der Autorin, deswegen kann ich ihren Stil noch nicht einschätzen. Allerdings hat mich die Leseprobe zum E-Book schon so von sich überzeugen können, da war mir klar, dass ich unbedingt wissen musste wie es weiter geht. Immerhin ist dies eine Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“, eins meiner liebsten Märchen. Ich hoffe die Autorin hat es ebenso gut umgesetzt wie ich es mir erhoffe, aber die ersten Meinungen sprechen durchaus schon für sie.


Der Fokus bei diesem Cover liegt auf einem Mädchen im wallend weißen Kleid, welches wohl Valeria darstellen soll. Es steht inmitten eines prächtigen Anwesen, wohl dem Herrenhaus von Westwood Außerdem wird das Cover von einer prächtigen Treppe in eben diesem Herrenhaus eingenommen, welche auch in der Geschichte ein paar Mal Erwähnung findet. Das Mädchen hat uns das Gesicht abgewandt, sodass wir zwar ein gewisses Bild vor Augen haben, aber immer noch genug Spielraum für die eigene Fantasy übrig bleibt. Die Schriftart ist schön geschwungen, allerdings erkennt man den Untertitel nicht sehr gut, da der Hintergrund zu dunkel ist. Ansonsten kann ich nur sagen, dass dieses Cover die reinste Augenweide ist. Impress schafft es immer wieder bezaubernde Cover zu erstellen, die auch noch Stimmung und Thema perfekt einfangen.


Vorneweg muss ich sagen, dass ich sehr gespannt war auf diese Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“ und deswegen wirklich hohe Erwartungen hatte, die absolut erfüllt wurden. Wer das Märchen kennt, der wird Teile dessen definitiv wieder in der Geschichte finden, allerdings hat sich die Autorin auch viele Freiheiten genommen und nur die Grundlage genutzt. Es ist also eine gute und gelungene Mischung aus alt und neu. Sie ist durchaus allen Fans des Märchens, aber auch generell Fans von Märchen zu empfehlen, die sich nicht von ein wenig düsterer Stimmung verschrecken lassen.

Der Schreibstil ist dem der alten Märchen angepasst, da die Geschehnisse des Buches in einer nicht weiter beschriebenen Zeit spielen, die aber definitiv der des späten Mittelalters zugeordnet werden kann. Immerhin herrscht im Buch ein König, es gibt noch kein elektronisches Licht und alles wirkt relativ alt. Die Sprache ist demnach vornehm, gehoben, wohlklingend und dennoch teilweise sehr märchenhaft ausschmückend. Sie passt wunderbar in diese Zeit und ermöglicht einen ungehinderten Lesefluss, bei mir einen regelrechten Sog.

Valeria ist unsere Protagonistin und zum Beginn des Buches zarte sechzehn Jahre alt geworden. Ich muss zugeben, dass ich anfangs Probleme hatte mit ihr warm zu werden, denn sie wird als eines der schönsten Mädchen im Land beschrieben und benimmt sich für mich auch ein wenig zu sehr danach. Doch schon nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass ich ihr damit Unrecht tat. Sie ist nämlich gar nicht so, wie alle sie sehen. Sie ist zwar am Anfang etwas naiv und zu wohlerzogen, aber im Laufe der Geschichte macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch. Sie wird von dem jungen Mädchen, das es allen recht machen möchte zu einer wahrhaft mutigen Frau, die wider aller Herausforderungen stark bleibt und für das Einsteht, was ihr wirklich am Herzen liegt. Ein schönes Gesicht allein ist sie also nicht und sie beweist, dass sie nicht nur von außen schön ist.

Zu Lord Westwood möchte ich nicht allzu viel verraten, da ich euch nicht spoilern möchte, aber lasst euch gesagt sein, dass nicht immer alles so ist wie es scheint. Mir war er am Anfang sehr unsympathisch, obwohl ich ja wusste, dass er eine Wandlung durchmachen muss, allein schon vom bekannten Märchen her. Dennoch ist er mir lange Zeit sehr kalt und unnahbar vorgekommen, auch wenn wir nach und nach die Hintergründe erfahren. Die Autorin baute dazu geschickt ein wenig Magie ein, die uns in die Vergangenheit von Westwood blicken lässt. Was dabei zu Tage kommt, lässt niemanden kalt und viele Geheimnisse werden gelüftet. Lastet auf Westwood wirklich ein Fluch? Spät, aber gerade noch rechtzeitig, gewinnt Westwood mit einer unerwarteten Wende dann doch noch mein Herz.

Zu den Nebenfiguren ist zu sagen, dass mir Valerias beste Freundin Belltaine sehr gut gefallen hat. Sie ist ein herzensgutes Mädchen und eine treue Freundin, welche Valeria in jeder Situation beisteht. Allerdings wurde zu Beginn des Buches angesprochen, dass auch sie über Magie verfügt, nur wurde darauf nie weiter eingegangen. Dies fand ich sehr schade.
Dann gibt es da noch Liam, der Leibarzt von Westwood, welcher auch eine sehr große Rolle im Buch spielt. Ich mochte ihn zunächst, aber auch hier gibt es eine Wende die einen nach Luft schnappen lässt.
Zuletzt ist die Magierin Kiara noch erwähnenswert. Sie stand einst dem jungen Westwood sehr nahe, aber welche Rolle sie genau im Buch spielt, dass müsst ihr selbst erfahren.

Das Ende des Buches ließ mich nicht mehr los. Ich habe förmlich an den Seiten geklebt und jeden Satz begierig aufgesogen. Es gab zahlreiche unerwartete Wendungen, überraschende Auflösungen, einen unerbittlichen Gegner und zahlreiche kleine wie größere Steine zu überwinden. Ob die Liebe am Ende über den Fluch siegt werde ich euch sicherlich nicht verraten, aber glaubt mir: Das war laaange Zeit sehr ungewiss. Der Epilog jedoch treibt mir dann schlussendlich doch noch die Tränen in die Augen. Es war ein perfekter Abschluss für das Buch und ich konnte es nun mit einem guten Gefühl beenden.

Diese Neuerzählung von dem bekannten Märchen „Die Schöne und das Biest“ ist düsterer als erwartet, aber dennoch sehr gut umgesetzt. Es gibt nicht nur Magie und einen Fluch, sondern auch Liebe, Geheimnisse, viele unerwartete Wendungen und sehr gelungene Charaktere. Dabei weiß man nie so genau wie sich alles entwickelt und man fiebert regelrecht mit den Charakteren mit. Das Ende ist grandios und der Epilog lässt Tränen fließen. Ich vergebe 5 Cookies und wünschte, ich könnte noch mehr über die Charaktere lesen. Die nächsten Bände der Autorin werde ich sicherlich auch wieder verschlingen.


Ich möchte mich ganz herzlich beim Impress Verlag und der Netzwerk Agentur Bookmark für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Kommentare:

  1. Hallo Conny,

    juhuuuuu ich habe das Buch bereits auf dem SuB und nach deiner Rezension ist klar, dass es da nicht zu lange drauf bleiben sollte. :) Du hast mich sehr neugierig gemacht. :)

    Liebe Grüße,
    Anna

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  2. Huhu Conny,

    das Buch werde ich auch ganz bald lesen und freue mich schon sehr darauf - auch wegen deiner sehr guten Meinung dazu. Danke :)

    Liebe Grüße
    Jenny

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  3. Ich habe die Geschichte schon auf meinem Reader und freue mich drauf! LG Verena

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  4. Huhu Conny,

    ich hoffe, dass es das Buch auch irgendwann als richtiges Buch zu kaufen gibt. Die Rezis dazu sind sooo gut.

    Liebe Grüße
    Sandra

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