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Dienstag, 16. Juni 2020

[Rez(ept)ension] "Ferryman 01- Der Seelenfahrer" von Claire McFall


Dies ist der erste Band einer Trilogie, welcher am 21.02.2020 beim Arctis Verlag erschienen ist und von der Autorin Claire McFall geschrieben und von Ilse Rothfuss übersetzt wurde. Das Buch ist bislang als Hardcover erschienen und umfasst 352 Seiten bei einem Preis von 19,00€. Der zweite Band erscheint bereits am 24.07.2020 ebenfalls im Arctis Verlag.


Dylan hat ein schreckliches Zugunglück unverletzt überstanden. Das zumindest glaubt sie. Doch die trostlose Landschaft um sie herum sind nicht die schottischen Highlands. Es ist ein Niemandsland, das von Geistern heimgesucht wird, die nach menschlichen Seelen verlangen. Und der Fremde, der sie dort erwartet, ist kein gewöhnlicher Junge. Tristan ist ein Ferryman, dessen Aufgabe es ist, die Seelen der Verstorbenen sicher ins Jenseits zu überführen. Sie begeben sich auf eine Reise, die er eigentlich schon tausendmal gemacht hat. Doch diesmal wird alles anders und Dylan begreift, dass sie weder bei Tristan bleiben noch ihn verlassen kann …
Der internationale Überraschungs-Bestseller - große Kino-Verfilmung in Vorbereitung (2021).


„Er saß auf dem Hang und wartete.“ (Seite 5)

 

Der Klappentext weckt große Erwartungen in mir. Vor allem, dass das Buch ein Überraschungs-Bestseller war und bereits eine Verfilmung geplant ist. Ich kenne den Ferryman aus der Mythologie und bin gespannt, was die Autorin daraus gemacht hat. Von ihr habe ich bislang noch nichts gelesen. Das ändert sich nun.


Das Cover ist in verschiedenen Blautönen gehalten. Im Vordergrund stehen zwei Figuren, welche wahrscheinlich die Hauptfiguren Dylan und Tristan darstellen. Sie hat lange, dunkle Haare und scheint den Leser direkt anzuschauen. Er hat kurze, dunkle Haare, einen Dreitagebart und schaut am Leser vorbei. In der unteren Hälfte ist die Silhouette eines großen Baums zu sehen, aus welchem die Charaktere wie herauswachsen. In der Baumkrone steht der Titel in blassrosa, der Untertitel in grün. Im selben Grün ist auch das Verlagslogo gehalten. Titel und Logo setzten sich vom Cover ab. Im Hintergrund sieht man Wasser, ein kleines Boot und einen untergehenden Mond. Am Himmel fliegen im Hintergrund Vögel. Das Cover ist in sich stimmig und gefällt mir sehr gut. Zwar hätte es mir noch besser ohne die Menschen gefallen, doch es ist auch so schön. Mir gefällt besonders die Anspielung mit dem Boot. Alles in Allem weckt es meine Lust zum Lesen.


Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Ich mag es, wenn Autoren viel mit Bildern arbeiten und so konnte ich mir das Niemandsland auch sehr gut vorstellen. Obwohl die Geschichte in der dritten Person geschrieben wurde, bekamen wir doch sehr gute Einblicke ins Gefühlsleben. Was mich nur manchmal stört waren die abrupten Wechsel zwischen den Einblicken von Dylan und Tristan. Diese konnten innerhalb einer Seite auftreten und waren nur durch einen Absatz getrennt, sodass ich manchmal Stellen in der Annahme las, es wäre noch der andere Charakter. Das war ein wenig verwirrend.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir, auch dank des bildreichen Schreibstils, leicht und ich kam schnell hinein. Dylan nimmt uns mit in ihren harten Alltag, erklärt uns, aus welchen Gründen sie in diesen Unglückzug kommt und zeigt uns verschiedene Facetten von sich. Wir als Leser bekommen so einen Eindruck von ihrem Charakter. Zu Beginn wusste ich nicht so genau, ob ich sie mag, denn sie ist ein ganz schöner Dickkopf. Doch sie muss auch einiges einstecken. Dann jedoch, als es zur entscheidenden Stelle kam, war ich doch ein wenig traurig, dass es ausgerechnet sie traf. Das ist doch unfair! Das Zugunglück hat mir eine Gänsehaut bereitet. So wie die Autorin die Geschehnisse beschrieben hat, war das ein Film in meinem Kopf, der mehr als gruselig war.

Als Dylan dann auf einmal im Niemandsland ankam und auf Tristan, ihren Ferryman, traf, war er mir nicht gerade sympathisch. Ich wäre wahrscheinlich nicht mit ihm mitgegangen, wenn er so zu mir gewesen wäre. Dabei erfahren wir später, dass der Ferryman sich jedem seiner Schäfchen genau so anpasst, damit sie ihm folgen. Doch Dylan hat leider nicht wirklich eine Wahl und folgt ihm schlussendlich. So weit, so gut. Damit begann die Reise.

Von dieser Reise, Seite an Seite mit einem Ferryman, habe ich mir schon mehr erwartet, als ich schlussendlich bekommen habe. Ich persönlich empfand die Reise nämlich als zu lange. Natürlich gab es immer wieder spannende und süße Momente zwischen den Charakteren oder ein Angriff der „Seelenfresser“, doch für mich zu wenige. Diese „Spannungsspitzen“ kamen zwar sehr überraschend und schnell, doch genauso schnell waren sie auch wieder verschwunden. So hat sich das Lesen für mich gezogen und wenn ich nach der Arbeit noch Energie zum Lesen hatte konnten mich die Seiten nicht an sich fesseln. Die Idee mit den Schutzhütten und den Geschehnissen bei Nacht empfand ich jedoch als super Konzept! Generell war das Setting aufregender als die Handlung und ich hoffe, dass da noch mehr in den nächsten Bänden kommt. Das Niemandsland als Solches konnte ich mir, dank des Schreibstils, auch sehr gut vorstellen und mochte die Landschaft, welches es für Dylan angenommen hatte. Im letzten Drittel hat hat mich das Buch zum Glück dann doch noch packen können. Endlich kommt etwas Spannung auf. Mehrere Charaktere haben ihre kurzen Auftritte. Dylan und Tristan schaffen das Unfassbare. Ganz ehrlich? Damit hätte ich nicht gerechnet. Das Ende ist dann doch sehr emotional und zum Teil auch etwas offen. Zum Glück gibt es am Ende eine Leseprobe des zweiten Bandes!

Dylan war mir mal sympathisch, mal unsympathisch. Das wechselte irgendwie immer im Laufe des Buches. Allerdings konnte ich mich manchmal nicht ganz so gut in sie hineinversetzen. Achtung Mini-Spoiler: Als Tristan ihr ihren Tod offenbart hat sie es einfach so akzeptiert. Das fand Tristan bewundernswert, aber für mich, als sehr emotionaler Mensch, war das befremdlich.

Tristan hingegen empfand ich am Anfang als sehr ruppig und gefühlskalt. Ich fragte mich, ob wohl alle Ferryman so sind. Er machte für mich eine positive Veränderung durch. Ich habe es förmlich genossen, wie er immer mehr aufgeblüht ist und wahrscheinlich zum ersten Mal die Liebe erfährt. Ich konnte nur nicht ganz verstehen, warum er dies ausgerechnet bei Dylan empfindet, denn das Besondere, was er gesehen hat, konnte ich nicht sehen. Ich hätte jedenfalls gerne noch mehr Hintergrundwissen zu ihm und den Ferryman generell bekommen. Woher kommen sie? Haben sie eine Vergangenheit? Warum treffen sich die verschiedenen Ferryman nie? Da hoffe ich auf die Folgebände.

Komischerweise empfand ich die Liebesgeschichte, die doch sehr dezent gehalten wurde, als zu langsam, gleichzeitig zu übereilt und dennoch als schön. Das muss man nicht verstehen, ich verstehe es ja nicht einmal selbst. Bei Dylan baut sich die Liebe nach und nach auf. Bei Tristan war ich mir lange nicht sicher. Doch dann war sie plötzlich so prägnant! Ich schätze die junge Liebe, doch wenn sich mir die Chance auftut noch einmal Familienmitglieder zu treffen, dann würde ich diese Chance ergreifen. Dylan zieht dies nicht einmal in Betracht. Sie will nur schnellstmöglich zu Tristan zurück. Das empfand ich dann wieder übertrieben dafür, was zwischen ihnen erst passiert war. Ich denke aber, dass wir im zweiten Band noch mehr auf unsere Kosten kommen werden. Dieser erscheint übrigens bereits im Juli 2020, womit nicht einmal drei Monate zwischen dem ersten und zweiten Band liegen! Wir müssen uns also nicht lange gedulden.


Alles in Allem habe ich mir wohl mehr erwartet, als ich bekommen habe. Ich mochte das Setting des Niemandslandes sehr und auch die Charaktere sind mir im Laufe der Reise ans Herz gewachsen. Besonders der bildreiche Schreibstil hat es mir angetan und ich sehe das riesige Potential. Die Reise an sich war mir etwas zu zäh und hätte noch mehr Spannung vertragen können. Ich habe gerade am Ende das Potential erkannt und möchte gerne sehen, wohin das alles geht. Insgesamt vergebe ich also 3 Cookies. Da geht noch mehr. Das spüre ich! Deswegen möchte ich sehr gerne weiterlesen und freue mich auf den zweiten Band.


Ich möchte mich ganz herzlich beim Arctis Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

Sonntag, 20. November 2016

[Rez(ept)ension] "Traumhaft 01- Das Erwachen" von Johanna Lark



Dies ist der erste Band einer Trilogie, welcher am 28.10.2016 beim Dark Diamonds Verlag Verlag erschienen ist und von der Autorin Johanna Lark geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 398 Seiten bei einem Preis von 3,99€.


**Was würdest du träumen, wenn du in deinem Traum die Realität ändern könntest?**
Als Psychologiestudentin sollten der 21-jährigen Klara die Grundbegriffe der Traumdeutung eigentlich nicht fremd sein. Dennoch kann sie es sich nicht erklären, warum sie und ihre Freunde auf einmal die gleichen Träume haben und diese so absolut real wirken. Oder warum sie plötzlich von einer knisternden Begegnung mit einem höchst attraktiven Studenten träumt und dieser ganz genau Bescheid zu wissen scheint. Zufall, Schicksal oder etwas ganz anderes? Als Klara ihre außerordentliche Gabe der Traumlenkung entdeckt, eröffnen sich ihr plötzlich Welten, die sie sich kaum vorstellen konnte. Bis sie versteht, dass auch ihre Träume zum Spielball anderer Begabter werden können…


„Vielleicht hätte ich in der Nacht nach meinem einundzwanzigsten Geburtstag nicht ins Bett gehen sollen.“ (Position 36)

 

Dies ist das erste Buch, welches ich von dieser Autorin lese. Deshalb habe ich keine besonders hohen Ansprüche an den Schreibstil und werde mich einfach überraschen lassen. Der Klappentext liest sich außerordentlich spannend und ich glaube, dass da ganz viel Potential in der Geschichte steckt das nun nur noch gut umgesetzt werden muss. An die Umsetzung habe ich daher hohe Erwartungen. Auch an die Protagonistin natürlich, immerhin wirbt der Verlag mit den ‚erwachseneren Charakteren‘ und gerade, da Psychologie ja nicht gerade einen niedrigen NC hat, erwarte ich hier doch eine wirklich gut ausgearbeitete, nicht klischeehafte Studentin, die im Leben sehr gefestigt und nicht mehr so ‚jugendlich‘ ist.


Im Hintergrund des Covers befindet sich eine Großstadt bei Nacht, die am unteren Bildrand mit vielen Hochhäusern bestückt ist, die allesamt beleuchtete Fenster aufweisen. Im oberen Bildabschnitt befindet sich im Hintergrund der schwarze Nachthimmel mit vereinzelten weißen Punkten, was die Sterne darstellen könnte. Im Vordergrund befindet sich eine junge Frau, die wohl Klara darstellen soll. Sie ‚lehnt‘ sich in das Cover hinein, sodass wir nur ihren Oberkörper sehen können. Die Frau auf dem Cover hat rötliches Haar, welches über die Hälfte des Covers weht und was sehr gut zur Haarfarbe von Klara passt. Zudem trägt die junge Frau ein ausgefallenes gelbliches Kleid, welches auf der linken Schulter eine Stoffraffung aufweist und zudem ein dünner Stoff über die Hochhäuser weht. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut, allerdings hat es sehr wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun, was ich sehr schade finde.


Kurz vorab: Ich wollte das Buch wirklich mögen, ja wirklich! Die Idee hat mir so gut gefallen, nur bei der Umsetzung haperte es dann doch sehr. Ich habe bislang keinerlei Rezension unter 4 Sterne gefunden, deshalb ist diese [Rez(ept)ension] nicht gerade einfach für mich. Sie spiegelt aber meine persönliche Meinung wieder und das einem nicht jedes Buch so gut gefallen kann wie allen, das ist ja wohl klar.

Das Buch hat für mich einen sehr flüssigen und klaren Schreibstil gehabt der durch die 74 Kapitel, die teilweise sehr kurz waren, noch unterstrichen wurde und die Geschichte somit noch ‚schneller‘ gemacht haben. Einmal richtig in der Geschichte drinnen, möchte man sie gar nicht mehr zur Seite legen.

Allerdings hatte ich am Anfang ein wenig Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Ich wurde mit Klara einfach nicht so warm, wie ich es mir gewünscht hätte und dies blieb leider auch bis zum Ende des Buches so. Sie war mir einfach als Mensch nicht sehr sympathisch. Zudem habe ich, auch nach Abschluss der Geschichte und nochmaligen Lesen des Klappentextes, das Gefühl, dass der Klappentext mehr verspricht als das Buch geben kann. Ich hatte mir so viel von dem Buch erhofft und wurde echt bitter enttäuscht. Vielleicht fällt meine Wertung deshalb nicht ganz so gut aus, weil die Enttäuschung einfach so stark überwiegt.

Klara ist unsere Protagonistin, studiert Psychologie und ist 21 Jahre alt- davon merkt man allerdings nicht viel. Auf mich wirkte sie leider meist wie eine Pubertierende, die nun endlich die Zeit im Studium gefunden hat sich all ihren Lastern zu widmen. Wozu sollte sonst ein Studium gut sein, wenn man nicht massig Alkohol trinken und ordentlich Zigaretten rauchen darf? Und Joints? Die sind ja wirklich ganz harmlos, da sind die Autorin und ich einer Meinung- nicht! Natürlich muss auch der erotische Teil gepflegt werden und was ist schon so schlimm an Sex mit jemand, den man eigentlich verabscheut, auch wenn es ‚nur‘ im Traum ist? Und Verhütung im normalen Leben ist sowieso ein uninteressantes Thema. Generell gab es in diesem Buch viele Stellen, an der Klara auf mich so naiv und dumm wirkte, da fragte ich mich wirklich, wie sie einen solchen NC schaffen konnte. Sie nimmt ihr Studium auch nicht sehr ernst, sie lernt zwar am Ende des Buches, aber man hat mehr das Gefühl, dass das Studium nur dazu dient eine erwachsenere Kulisse zu schaffen, an dem alles stattfinden kann. Ja, an vielen Stellen im Buch wollte ich einfach nur meinen Kopf auf den Tisch schlagen. Die wenigen Momente, in denen Klara sofort nach ihrer Aktion feststellt wie doof das eigentlich von ihr war, wirkten auf mich sehr gestellt. Die einzigen authentischen Momente mit ihr als Protagonistin erlebte ich nur, als sie von ihrem Bruder spricht. Dieser liegt seit Monaten im Koma und niemand weiß wann oder ob er aufwachen wird. Natürlich hat dies für die spätere Geschichte noch Bedeutung und diese fand ich wiederum sehr gelungen eingearbeitet. Man merkt Klara deutlich an, dass ihre Beziehung zu ihrem Bruder sehr innig war. So begleiten wir Klara auch oftmals zu seinem Krankenbett mit.

Generell ist die Familiensituation in Klaras Familie sehr kompliziert. Der Vater starb, die Mutter ist Ärztin und hat sich kaum um die Kinder gekümmert. Der Bruder liegt nun im Koma und die Tante, welche wie eine Mutter für die Kinder war, ist verschollen. Genaueres wissen wir noch nicht darüber, was wiederum im nächsten Teil von Bedeutung sein könnte. Zum Glück hat Klara aber noch ihre beste Freundin Jessy, die ich am Anfang der Geschichte sehr mochte, die sich aber zunehmend durch den Einfluss von Adrian, eines Kommilitonen, verändert. Was genau die Freundschaft der beiden zusammen hält wird nicht so ganz klar, aber Fakt ist sie sind wirklich gute Freundinnen und das habe ich ihnen auch abgekauft. Natürlich ist die ganze Situation für Klara nicht einfach, besonders als sie dann noch ihre Traumfähigkeiten entdeckt und verarbeiten muss. Da ist es okay auch mal schwache Momente zu haben. Aber Klara hat fast nur solche Momente.

Adrian ist so eine Figur, die ich beim besten Willen nicht leiden kann. Ein selbstverliebter, arroganter Schnösel, der sowas von sich überzeugt ist, dass es noch für 10 weitere Schönlinge reicht. Wie er mit Frauen umgeht ist mir ein rotes Tuch vor Augen gewesen. Faszinierende Augen hin oder her- wie Klara sich nur mit einem solchen Kerl umgeben kann ist mir schleierhaft, auch wenn ihre beste Freundin scharf auf ihn ist. Hierzu konnte ich nur wieder besagte Kopf-Tisch-Szene abspielen. Natürlich muss es ja noch eine kompliziertere Dreiecksgeschichte geben, denn obwohl sie den einen Typen will und doch nicht will, gibt es da noch ihren ‚Traummann‘. Dem begegnet sie öfters im Traum und verliebt sich in ihn, doch gibt es ihn auch in echt? Weder den einen Typen, noch den anderen Typen konnte ich viel abgewinnen. Natürlich war ich eher für den Traummann, aber auch hier war mir die Liebesgeschichte so vorhersehbar. Hoffentlich nimmt sie wenigstens den einen, sonst werde ich wohl ziemlich explodieren. Dreiecksgeschichten sind einfach nichts für mich und auch wenn ich hier verstehen kann, wieso die Autorin eine solche einführt, kann ich dem einen Kerl so gar nichts abgewinnen- GAR NICHTS! Adrian ist der Autorin somit gut gelungen, denn er ist vielschichtig und Hassobjekt Nummer 1. Mir passiert es selten, dass ich eine Buchfigur wirklich so sehr hasse.

Genug gemeckert! Natürlich gab es auch Dinge, die mir sehr gut gefallen haben. Das war zum einen der Bösewicht dieser Geschichte, den man nicht sofort ausmachen kann und es dann doch nicht so ganz glauben will. Auch Adrian ist der Autorin gut gelungen- der perfekte böse Gegenspieler zur naiven Klara. Zum anderen hat mir die Thematik rund um das Träumen sehr gut gefallen. Die erdachten Träume und ihre Gesetzte waren spannend. Der Leser erfährt hier auch viele spannende Fakten rund ums Träumen und Klarträumen, was ich ja ganz spannend finde. Außerdem wusste ich auch nie was als nächstes kommen wird. Man kann also den Verlauf der Handlung kaum voraussehen und bis auf ein paar Kleinigkeiten waren die Wendungen für mich doch sehr überraschend, manchmal aber auch ärgerlich.

Das Ende war für mich dann doch sehr spannend und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es war ein wenig anders, als ich es erwartet hatte, auch wenn wieder Klischees eingearbeitet wurden. Auch wenn mir vieles inhaltlich an der Geschichte missfallen hat, so bietet das Ende vom ersten Band doch ein solides in sich abgeschlossenes Ende, was als Ausgangspunkt für den nächsten Band sehr viel Spielraum offen lässt. Das Ende hat für mich nochmal viel gerettet und ist der einzige Grund, warum das Buch es noch auf 3 Sterne geschafft hat anstatt die 2,5 zu behalten. Ob ich den zweiten Band lesen werde, das weiß ich noch nicht genau. Ich werde wohl den Klappentext abwarten und schauen, ob für mich immer noch so viele Störfaktoren enthalten sind.

Meiner Meinung nach ein durchschnittlicher Auftakt zu einer Trilogie, dessen Kauf ich leider nicht empfehlen kann. Die Protagonistin hat mich durch ihre Naivität und ihr pubertäres Verhalten manchmal in den Wahnsinn gestürzt, sodass ich sie nicht leiden konnte. Die anderen Figuren sind der Autorin dafür umso besser gelungen. Wer auf komplizierte komische Dreiecksgeschichten steht, der wird hier fündig. Das Ende konnte für mich nochmal viel retten und so rettet sich die Geschichte auf 3 Cookies. Ob ich den Folgeband lesen werde steht für mich noch nicht fest, da ich sehr enttäuscht bin.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Montag, 7. Dezember 2015

[3 Bookies] "Rockstars bleiben nicht zum Frühstück" und "Rockstars küssen besser" von Teresa Sporrer sowie "Schatten über Nargon" von Nicole Wollschlaeger



"Rockstar 06- Rockstars bleiben nicht zum Frühstück" von Teresa Sporrer [5 Cookies]
Nachdem ich die anderen Teile dieser Reihe im Schnitt abgöttisch liebe und die Charaktere insgesamt sehr gelungen finde, kam ich nicht um diesen Band herum. Ich habe ihn regelrecht durchgesuchtet, die Seiten inhaliert und die Nächte durchgelesen- naja. Besser die eine Nacht in der ich keinen Schlaf fand. Die Geschichte rund um Kristin und den Drummer Jack spielen parallel zu den Geschehnissen aus dem fünften Band. Das finde ich wirklich genial! Außerdem kann man hier aus 2 Sichten lesen und so habe ich mein Herz an diesen Band verloren. Man erfährt nicht nur die ganzen Details die man schon im letzten Band wissen wollte, sondern man lernt die Charaktere nebenbei aus einer ganz anderen Sichtweise noch besser kennen. Die Liebesgeschichte war zwar wie immer voraussehbar, aber mit dem nötigen Ernst. Generell werden die Bücher pro Band immer erwachsener. So kann es gerne weitergehen ♥.


"Rockstar 07- Rockstars küssen besser" von Teresa Sporrer [5 Cookies]

Nachdem ich den letzten Band inhaliert hatte, habe ich mich lange davor gedrückt diesen Band zu lesen- nicht weil ich Angst hatte er würde schlecht sein -ganz im Gegenteil- sondern eher weil ich nicht wollte, dass diese Reihe bald schon zu Ende ist. Kurz vorm Erscheinen des achten Bandes habe ich das Buch dann gelesen, welches parallel zum fünften und sechsten Band spielt. Somit wurden auch noch die letzten Lücken geschlossen und die Handlung der letzten Bände ergab nun vollends ein perfektes Gesamtbild. Die Liebesgeschichte von Cadence und Nigel war lange Zeit nicht voraussehbar. Das Ende war wohl das emotionalste Ende, was ich in der Rockstar-Reihe bislang gelesen hatte. Ich habe zum Ende hin geheult wie ein Schlosshund! T-T Dieser Band war soooo emotional, wenn ich daran zurückdenke kommen mir schon die Tränchen.


"Schatten über Nargon" von Nicole Wollschlaeger [3 Cookies]
Dieser Einzelband war an sich ja ganz schön, allerdings auch ziemlich einfach und vorhersehbar gestaltet. ich würde ihn also eher jüngeren Kindern zum Lesen empfehlen. Zudem gab es viele sehr verwirrend Perspektivwechsel, welche die an sich schöne Geschichte beeinträchtigt haben. Für mich fällt dieses Buch also eher in die Kategorie: Kann man lese, muss man aber nicht. Die Moral am Ende hat mir allerdings sehr gut gefallen, da hier gezeigt wurde, wie man über sich selbst hinauswachsen kann. Mit neuem Selbstvertrauen kann man an einer Aufgabe wachsen und sich schlussendlich gegen Mobbing wehren.



Was haltet ihr von dem neuen Format? Habt ihr eines der E-Books schon gelesen :)?

Montag, 5. Januar 2015

[Rez(ept)ension] "Blackbird" von Anna Carey


Der erste Band der Dilogie, der zweibändigen Reihe, wurde von der Autorin Anna Carey geschrieben und erschien am 10. November 2014 im Cbt-Verlag für einen Preis von 16,99€ als Hardcover bei einer Seitenanzahl von 352 Seiten
Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.

„Im Zug staute sich die Hitze der Sonne auch noch eine Stunde, nachdem er sich unter das Straßenpflaster zurückgezogen hat und sich seinen Weg durch die ausgedehnte Stadt bahnt.“ (Seite 9)



 


Nachdem ich die Eve& Caleb-Trilogie gelesen habe und sie mich zwar gut unterhalten, aber eben nicht komplett überzeugen konnte, erwarte ich mir ziemlich viel. Die Idee klingt genial und ich freue mich auf die Umsetzung!

Das Cover zeigt im Hintergrund ein Kartensystem, sehr wahrscheinlich von Los Angeles. Im Vordergrund steht das pinkfarbene Tattoo, welches sich auch auf dem Handgelenk des Mädchens wiederfindet. Das deutsche Cover gefällt mir mit seinem pinken Buchschnitt und dem auffällig gewähltem Buchcover, welches auch noch perfekt zum Inhalt passt, mehr als das Original.




Zu allererst möchte ich die außergewöhnliche Schreibweise in der zweiten Person also die Du-Perspektive erwähnen. Außergewöhnlich in dem Sinne, dass ich sie so noch nicht bei einem Buch gelesen habe und sie mir ehrlich gesagt so gar nicht zugesagt hat. Ich hoffte zunächst sie würde sich nur auf den Prolog beziehen, aber diese Hoffnung zerschlug sich dementsprechend schnell. Ich konnte mich leider so gar nicht mit dieser Perspektive anfreunden, weswegen mir die Protagonistin ‚Sunny‘ immer recht fern erschien. Vielleicht gelingt es manchen Lesern sich dadurch der Protagonistin näher zu fühlen, aber mir erging es genau anders herum.

Wodurch wir schon gleich bei der Protagonistin ‚Sunny‘ wären. ‚Sunny‘ in Anführungszeichen genau deshalb, weil weder wir, noch sie, ihren wahren Namen kennen und ihn während des gesamten Buches auch nicht kennen lernen. Sunny wacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles auf und erinnert sich an nichts: Nicht an ihren Namen, nicht an ihre Vergangenheit. Nichts. Sie hat nur dieses Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt und einen Rucksack, mehr nicht. Was gibt es großartig über ihren Charakter zu erzählen? Was macht sie einzigartig? Aufgrund fehlender Erinnerungen und mangelnder Charakterbeschreibungen kann ich absolut nichts Nennenswertes zu ihrer Person sagen.

Die Story beginnt zugleich schon spannend, denn bevor sie überhaupt alles richtig realisieren kann, wird sie bereits verfolgt und muss fliehen. Nach und nach decken sich die Hintergründe für diese Jagd immer mehr auf, aber es bleiben noch viel zu viele Informationen im Unklaren und so tappt der Leser, auch nach Beenden des Buches, immer noch im Dunkeln. Es wurden einem kleine Informationsbrocken hingeworfen, die durchaus interessant sind und Spannung in die Geschichte bringen, aber wenn man es sich genau überlegt, weiß man am Ende nicht einmal den wahren Namen der Protagonistin. Dabei passiert im Buch so viel und doch wieder nichts. Die Spannungskurve bleibt konstant hoch, ständig steht man unter Strom, erwartet etwas und hat kaum Zeit richtig Luft zu holen, da stürzt unsere Protagonistin schon wieder ins nächste Abenteuer. Aber unterm Strich? Viele Seiten, wenig Handlung und das Ende war leider zu offen, lässt einem fasst mitten in der Handlung zurück, gerade als es so richtig vielversprechend wurde.

Um nun aber doch noch einmal ein paar positive Aspekte herauszugreifen, möchte ich hier gerne die Idee der Jagd nennen. Diese war wirklich sehr gut ausgearbeitet, man bekam lediglich zu wenige Informationen. Auch das Versteckspiel mit der Polizei, sowie das ganz eigene Versteck- und Vertrauensspiel des Lesers wird angesprochen. Die ständige Anspannung durch die konstant hohe Spannungskurve versetzt einen in den Zustand des ständigen Misstrauens gegenüber so ziemlich jedem. Nachdem man dann denkt, man wüsste nun wer gut und wer böse ist, wird mit diesem Vertrauen noch einmal ordentlich aufgeräumt, sodass man am Ende wirklich völlig konfus zurück gelassen wird. Das ist einerseits sehr aufregend, andererseits aber auch extrem faszinierend.

Auch erwähnenswert ist die Freundschaft bzw. Liebe zu Ben. Sunny lernt Ben in einem Supermarkt kennen, lernt ihm zu vertrauen und sieht ihn als ihren sicheren Rückzugsort. Der Klappentext erwähnt hier meiner Meinung nach schon viel zu viel. Es sei nur so viel gesagt: Es wird eine Liebesgeschichte geben und eventuell sogar ein Liebesdreieck, Freundschaften entstehen, doch wie stark sind diese? Sunny lernt Izzy kennen, eine Nachbarin von Ben, und freundet sich mit ihr an. Doch wie weit kann sie gehen? Wie viele Menschen kann sie in die Sache mit reinziehen? Wem kann sie vertrauen und vor allem: Wem kann sie nicht vertrauen?

Alles in Allem ist das Buch mittelmäßig. Für einen Thriller hat es gut unterhalten, war aber auch nichts Herausragendes. Die Protagonistin konnte mich nicht sehr packen und die Du-Perspektive war anstrengend für mich als Leser. Dennoch war die Idee gut umgesetzt, wenn auch am Ende zu wenige Informationen kamen. Das Ende war zudem auch noch sehr offen, wirkte fast abgehackt und so bleibe ich gespannt aber auch unzufrieden zurück. Lohnt es sich das Buch zu kaufen? Für Thriller-Fans und Liebhaber der Du-Perspektive sicherlich. Ich vergebe 3 Cookies und werde Band zwei auf jeden Fall lesen, denn mit diesem Ende kann ich einfach nicht abschließen.


Ich möchte mich ganz herzlich beim Cbt-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

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