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Mittwoch, 4. April 2018

[3 Bookies] "Romina. Tochter der Liebe" von Annie Laine// "Longtiantang. Noemis Ruf" von Ava Blum// "Millionen" von Frank Cottrell Boyce


"Romina. Tochter der Liebe" von Annie Laine [4 Cookies]
Dieses Buch aus der Feder der Autorin Annie Laine ist mein erstes Buch von ihr, aber es wird sicherlich nicht mein letztes Buch bleiben ;). Es ist ein Einzelband, welches sich rund um die Halbgöttin Romina dreht. Ihre Mutter war ein Mensch, ihr Vater ist der Gott Eros auch besser bekannt als Amor. Wir bekommen einen Einblick in ihr göttliches Leben, in dem sie auf der Erde wandelt und Menschen verkuppelt sowie auf dem Olymp die Zeit mit ihren Freunden verbringt. So richtig spannend wird es aber erst, als sie von dort verbannt wird direkt in ein kleines Ort in den USA und quasi direkt zu Devin :D. Devin ist DER perfekte Mann: Verständnisvoll, einfühlsam, humorvoll, ... *hier bitte so ziemlich jede gute Eigenschaft die es gibt einfügen*. Rominas Handlungen konnte ich nicht immer so ganz nachvollziehen und ein paar mal wollte ich sie auf schütteln, aber im Grunde konnte ich sie sehr gut verstehen. Das Ende war einfach nur genau nach meinem Geschmack und es löst sich wirklich alles auf, was am Anfang ein Fragezeichen war. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn mich die Potagonistin stellenweise etwas mit ihre Art genervt hat. Dafür gibt es ein paar Abzüge, aber das Ende war Zucker ♥.


"Longtiantang. Noemis Ruf" von Ava Blum [3,5 Cookies]
Diese Kurzgeschichte aus der Uebersinnlich Reihe des Ueberreuter Verlags habe ich über die Skoobe App gelesen. Ich habe mich so sehr über das Paar Noemi und Liam gefreut, denn entgegen der meisten Geschichten war dieses Paar schon vor dem Beginn des Buches zusammen. Nur leider ist Noemi zu Beginn der Geschichte verstorben. Die Geschichte war super interessant, aber ich kann nicht zu viel verraten, ohne zu spoilern. Ich mochte allerdings die familiären Bande und die Freundschaften, sowie die Welt von Longtiantang. Leider gab es zwischendurch immer wieder Stellen, die ich mir ausführlicher oder realistischer gewünscht hätte. Das Ende hat mir dann so gar nicht gefallen, denn als eigentlich schon alles in bester Ordnung war, musste noch jemand sterben. Das war ein unnötiger Tod und der hätte wirklich nicht sein gemusst, denn er trug weder zur Spannung noch zu einer weiteren wichtigen Handlung bei. Er war einfach unnötig und traurig! Auch gefällt mir die Reaktion auf diesen Tod nicht, denn für mich waren es gefühlt drei Sekunden Trauer, bevor sich über die Liebe gefreut wurde *augenroll*. Das hat die Geschichte für mich leider ein wenig ruiniert, da ich sie bis dahin echt mochte.


"Millionen" von Frank Cottrell Boyce [4 Cookies]
Dieses Buch ist ein Einzelband und eines meiner ältesten Bücher auf dem SuB, welches nun allerdings von mir befreit und gelesen wurde ;). Dieses Buch war auf jeden Fall anders als gedacht und viel tiefgründiger, als ich es anfangs erwartet hätte. Dieses Buch zum Thema Geld, Anderssein und Verlust hat mich auf eine andere Art und Weise berührt ♥. Ich kann es jedenfalls nur empfehlen, denn es zeigt auch sehr gut die Schattenseiten von Geld und was Geld aus einem Menschen machen kann. Das Ende hat mir auch gut gefallen, auch wenn ich am Anfang mit einem solchen Ausgang gar nicht gerechnet hatte. Zwischendurch hatte es immer mal wieder Längen, aber dennoch finde ich die Botschaft des Buches so herausstechend, dass ich dem Buch gerade so die 4 Cookies gegeben habe. Wenn ihr es also noch ungelesen in eurem Bücherregal stehen habt, dann schnappt es euch und lest mal rein. Ich hoffe euch kann es genauso überraschend überzeugen, wie es das bei mir tun konnte.


Wer hat einen dieser Einzelbände gelesen? Teilt eure Meinung mit mir :)!

Mittwoch, 4. Januar 2017

[Rez(ept)ension] "SnowFyre- Elfe aus Eis" von Amy Erin Thyndal


Dies ist ein Einzelband, welcher am 25.11.2016 beim Dark Diamonds Verlag erschienen ist und von der Autorin Amy Erin Thyndal geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 370 Seiten bei einem Preis von 4,99€. Die Autorin hat angekündigt, dass es einen zweiten Band geben wird. Das Veröffentlichungsdatum ist allerdings noch nicht bekannt.




**Wie Feuer und Eis...**
Schnee, Frost und Eis – das ist die Welt der gefühlskalten Winterelfe Fyre. Schon lange hat sie die Wärme sowohl aus den Korridoren des Winterhofes als auch aus ihrem Herzen verbannt. Doch nun ist sie gezwungen, die nächsten Wochen am Hof des Sommerkönigs zu verbringen und in dessen unerträglicher Hitze den Frühling herbeizuführen. Und das auch noch mit Ciel, dem Prinzen des Sommerhofes, der es einst geschafft hat, ihr Herz zum Schmelzen zu bringen. Aber das wird ihm dieses Mal nicht gelingen. Dieses Mal wird sie ihr Herz vor den Verbrennungen schützen, die er hinterlassen hat…


„Wenn es schneit, so heißt es, kann man manchmal die Schneekönigin inmitten der Schneeflocken erkennen...“ (Position 23)

 

Wenn ich Begriffe wie Winterelfe, Winterhof, Sommerkönig und Sommerhof höre, muss ich sofort an die wunderschöne „Plötzlich Fee“-Reihe denken. Diese habe ich wirklich geliebt und gerade weil ich diese Welt so geliebt habe und mich das Cover des Buches hier so angelächelt hat, musste ich es wagen. Ich erwarte mir hier eine schöne, romantische Geschichte mit etwas Liebesdrama. Allerdings nicht zu viel, da ich dieses ganze hin und her nicht leiden kann, da die Paare am Ende ja eh meist zusammen kommen :D. Meine Erwartungen sind also mittel hoch, da ich nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch gehen möchte.


Im Fokus des Covers steht eine junge Frau mit blasser Haut, roten Lippen und dunklen Haaren, welche ihre Augen geschlossen hält und ihr Gesicht Richtung Himmel streckt. Ihre Körperhaltung wirkt so, als ob sie traurig und nachdenklich wäre, denn ihr Rücken ist uns mehr ab- als zugewandt und die Arme hängen am Körper herunter. Sie trägt ein elegantes, eng anliegendes, weißes Spitzenkleid mit Blumenmuster und Rückenknopfleiste. In der unteren Coverhälfte ist halb durchsichtig eine große, weiße Rosenblüte, welche auch Bedeutung für die Geschichte hat. Links und rechts am Cover ranken sich weiße Rosenranken mit Blüten und Dornen entlang. Im Hintergrund schneit es. Das Cover ist für mich ein absoluter Blickfang, perfekt ins Detail und vollkommen passend zur Geschichte. Es gefällt mir von allen Dark Diamonds Titeln bislang am besten.


Das Buch hat einen wundervollen Schreibstil, der einen sofort bildhaft in die Welt der Elfen entführt. Erzählt wird insgesamt aus der Sicht vier verschiedener Erzähler, darunter vor allem aus der Sicht von Ciel und Fyre, unseren Protagonisten. Aber auch Luna und überraschenderweise Skye, die ‚Katze‘ von Luna, erzählen ein paar Kapitel aus ihrer Sicht. Durch diese Vielseitigkeit erhält man einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse.

In der Elfenwelt gibt es zwei herrschende Höfe: Sommer und Winter, welche beide für die Jahreszeiten zuständig sind. Am Sommerhof herrscht Soleil, der Sommerkönig, und am Winterhof Crystal, die Winterkönigin. Beide Herrscher haben jeweils noch einen zweieiigen Zwillingpartner: Ciel (Sommer) und Fyre (Winter). Diese beiden sind unsere Protagonisten, was mich zunächst sehr verwundert hat, denn es entspricht so gar keinem Klischee. Normalerweise erzählen immer die Thronerben oder die Besonderen als Protagonisten, hier sind es nun die Geschwister der Herrscher. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat hier eine sehr schöne Welt erschaffen und gibt dem Leser detaillierte Schauplätze zum sich hinein träume. Allerdings fehlt mir auch ein wenig Hintergrundwissen, denn es wird zwar die Vererbung abgehandelt und man kann sich ein grobes Bild der Gesellschaft umreißen, allerdings bekommt man keinerlei Infos über die verstorbenen Eltern bzw. beide (!) verstorbene Königspaare. Fyre trauert sehr um sie, aber für uns sind es nicht mal ansatzweise beschriebene Charaktere. Schön dann allerdings wieder die Ideen mit den Blutdämonen, die hier in vielen Szenen eine wichtige Rolle spielen, nicht nur beim Tod der Elfenkönigpaare.

Fyre ist somit die Zwillingsschwester von Crystal, der Winterkönigin und dennoch vollkommen anders als ihre gerechte und gütige Schwester, welche von ihren Untertanen geliebt wird. Fyre gibt sich als absolut kalt, emotionslos, berechnend und arrogant. Der Leser weiß zwar, dass dies nur eine Fassade ist und Fyre diese Maskerade zum Schutz ihres eigenen Herzens auffährt, allerdings könnte der Leser dadurch dennoch einen schweren Zugang zu ihr finden. Ich persönlich fand sie sehr gelungen, denn gerade eine Protagonistin, die eben nicht so perfekt und humorvoll ist, hat auch ihren Reiz. Zudem hat sie ihre Gründe, warum sie ihr Herz so vor der Welt und insbesondere vor Ciel verschließt. Diese behält sie allerdings sehr lange, zu lange meiner Meinung nach, für sich und treibt mich damit zur Weißglut. Denn obwohl sie eine Mauer aus Eis um ihr Herz errichtet hat, schlägt es dennoch für Ciel. Ciel ist sehr bemüht zu Fyre durchzudringen und ihr Herz zurückzuerobern, jedoch war das für mich ein ewiges Katz und Maus Spiel. Es geht immer wieder hin und her, die ganze Zeit wird auf ihre gemeinsame Vergangenheit angespielt und der Leser hat keinen blassen Schimmer warum die Charaktere sich gerade so verhalten, wie sie es tun. Fyre hat mich besonders genervt, da sie sich stellenweise wie ein Schweinchen im Selbstmitleid suhlt, Ciel von sich stößt und das mit einer Gefühlsverletzung aus der Vergangenheit begründet und das nicht nur einmal. Auch die vielen gefühlsvollen Momente werden durch das ewige ‚Ich darf das nicht zulassen‘ kaputt gemacht. Nerv! Dieses sich gegenseitig anschmachten und wegstoßen erfolgt dann bis ca. 60% des Buches und nach einer sehr schönen und gefühlsvollen Wende nähern sie sich endlich wieder an. Die Charaktere erkennen dann endlich, was dem Leser schon nach den ersten Kapiteln klar geworden ist. Dies war für mich der größte Kritikpunkt, denn ich hasse dieses ganze Drama in Liebesgeschichten! Besonders, da es sich hier ja um einen Dark Diamond Titel handelt und die Protagonistin dennoch wie eine 16jährige handeln. Sehr schade. Ciel war da viel authentischer, aber leider konnte auch er nicht immer alles reißen.

Die Nebenfiguren, insbesondere die Fee Luna, haben mir sehr gut gefallen. Schade war nur, dass diese viel zu kurz kamen. Dem Buch wird unglaublich viel Platz für das Liebesdrama gegeben und dadurch bleiben die Nebenfiguren leider auf der Strecke. Besonders Luna darf viel erzählen, allerdings wissen wir über sie kaum etwas, da sie die meiste Zeit der Handlung hinter ihren Tanten her schnüffelt. Sie ist zwar eine Fee, aber wir erfahren so gut wie war nichts über die ‚Art‘ der Feen. Eine versteckte Liebe der Winterkönigin wird angedeutet und auch am Ende scheint Luna und auch der Sommerkönig ihren Erwählten zu finden, ihren ewigen ‚Einen‘, allerdings wird darauf gar nicht eingegangen.

Wo das Buch in der ersten Hälfte nicht zu überzeugen wusste und an Spannung kaum etwas zu bieten hatte, macht der Showdown dann allerdings fast wieder weg. Nachdem sich scheinbar alles fügt und die Charaktere endlich glücklich sein könnten, kommen nochmal viele überraschende Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Die Bösewichte haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht um unsere Protagonisten zu schikanieren, doch ihr erratet nie, wer ihre finsteren Pläne durchkreuzt! Ich war hellauf begeistert! Auch gibt es eine Intrige, die ich zwar schon vermutete hatte, aber die dennoch logisch und für manch einen vielleicht doch überraschend war. Leider macht sich die Autorin daraufhin viel kaputt, denn man weiß leider gar nicht, warum die Bösewichte so gehandelt haben wie sie handelten und auch sonst endet es viel zu abrupt. Eben noch in der Handlung, umblättern, Ende. Was? Nicht mal ein Epilog. Ich war ganz schön unzufrieden mit diesem Ende und nur durch die Aussage der Autorin, dass ein zweiter Band in Planung wäre, es allerdings noch keinen genauen Veröffentlichungstermin gäbe, konnte das Buch vor einer schlechteren Bewertung retten. Ich hoffe sehr, dass der zweite Band die Fehler des ersten Bandes nicht wiederholt.


Abschließend muss ich leider sagen, dass mich das Buch nicht so von sich überzeugen konnte wie erhofft. Das Liebesdrama ist ein ewiges Hin und Her, die Charaktere sind zwar gut ausgearbeitet, aber die Nebencharaktere bleiben sehr blass. Das Hintergrundwissen wird nicht genug befriedigt, die Auflösung kommt zu spät und das Ende ist zu abrupt. Dennoch gab es viel Gefühl, überraschende Wenden am Ende und einen einmaligen Helden. Ich gebe dem Buch also 3,5 Cookies und hoffe, dass der zweite Band mich mehr von sich überzeugen kann.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley sowie dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Montag, 6. April 2015

[Rez(ept)ension] "Gefährliche Wünsche" von Natalie Luca

Dies ist Band eins einer voraussichtlichen Dilogie der Autorin Natalie Luca, welche im Impress Verlag erschienen ist. Das Buch ist bislang nur als E-Book für 3,99€ erhältlich bei einer Seitenanzahl von 309 Seiten. Im Juli 2015 soll bereits Band zwei erscheinen, ebenfalls im Impress Verlag.


Schuld ist nur diese dumme Wette: Weil die siebzehnjährige Lori zu schüchtern ist, um Jungs anzusprechen, muss sie die hässlichste Lampe auf dem Markt kaufen. Als kurz darauf ein leibhaftiger (und auch noch gutaussehender!) Dschinn vor ihr auftaucht, traut sie ihren Augen nicht. Sie soll sich etwas wünschen. Aber was? Während Lori noch grübelt, bringt der Lampengeist sie in eine peinliche Situation nach der anderen. Als dann noch ein fremder Junge an ihrer Schule auftaucht und beginnt Fragen zu stellen, weiß Lori nicht mehr, wie sie aus der Affäre wieder herauskommen soll.

„Lori! Was ist, kommst du endlich?“ (Position 21)

 

Eine Geschichte über Dschinns/ Lampengeister habe ich schon länger nicht mehr gelesen und deswegen gerade richtig Lust drauf. Hoffentlich ist das Buch wieder besser als die Kurzgeschichte der Autorin, welche mich ja so gar nicht überzeugen konnte. Ihre andere Reihe bei Impress hingegen ist wirklich gelungen. Ich hoffe sie knüpft an diesen Erfolg an und beschert mir schöne Lesestunden.


Das Cover ist in den Tönen rot und blau gehalten und die Kombination gefällt mir richtig gut. Gerade der Farbverlauf passt herrlich. Leider musste ein Mädchenkopf auf dem Cover platziert werden, welches irgendwie fehl am Platz wirkt. Außerdem sieht man eine Lampe, aus welcher sich herzförmig der Rauch ausbreitet. Das ist irgendwie klischeehaft, deswegen gefällt mir das Cover mittelmäßig.


Lori, eigentlich Hannelore, fand ich von den ersten Zeilen an sympathisch. Sie wirkt so ganz anders als diese ganzen "perfekten" Charaktere, die wie Models aussehen und trotzdem ein Selbstbewusstsein von einer Erbse haben. Dennoch ist auch dieser Charaktertyp von Lori schon sehr verbraucht. Sie ist ein schüchternes, etwas dickeres Mädchen, welches sich trotzdem eine humorvolle und liebenswürdige Art beibehalten hat. Ich hoffte also, dass mich Lori noch so richtig von sich begeistern würde, allerdings fand ich sie schlussendlich ‚nur‘ ganz okay, nett, freundlich, mal witzig, aber eben kein Charakter welcher mein Herz vor Freude hüpfen lässt. Warum? Naja, sie schwärmt natürlich für einen unerreichbaren Jungen, Alex. Dieser scheint sich allerdings so gar nicht für sie zu interessieren. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird sie in der Schule auch noch von zwei Zicken und deren Clique wegen ihrem Übergewicht und ihrem Namen gemobbt. Und Alex? Er unternimmt einfach gar nichts, hält sich aus der Sache raus und das obwohl er selbst zu dieser Clique gehört. Mal ernsthaft: Einem Typen, der mich nicht vor anderen Personen verteidigt, mich in Schutz nimmt oder mich gar noch beleidigt, dem schenke ich doch nicht mein Herz?! Lori schon. Zum Glück hat sie ja noch zwei Freundinnen, welche voll und ganz zu ihr stehen, ihr aber auch etwas Selbstbewusstsein einhauchen wollen. Als dies wiedermal nicht gelingen will, muss Lori eine verdammt hässliche Lampe kaufen. Wie das ja immer so ist: Der Besitzer eines Lampengeistes kommt immer ganz zufällig zu seinem Glück. So auch Lori. Ehe sie sich versieht ist sie Herrin über einen Dschinn namens Dschinn.

Der Dschinn heißt also Dschinn, was ich als Name sehr unkreativ empfand. Dieser muss Lori also erst einmal von sich und seiner Echtheit überzeugen, indem er sie kurzerhand auf die Spitze einer Pyramide befördert. Nachdem Lori nun also von der Echtheit des Dschinns überzeugt wurde, stellt der Leser schnell fest, dass der Dschinn immer noch in seinem Jahrtausend festklebt. Er hat absolut gar keinen Plan von der heutigen Zeit, was mir doch sehr merkwürdig vorkam. Wenn er doch durch seine Lampe teilweise sogar Gespräche belauschen konnte, wie kann er dann eine ganze Ewigkeit in der Lampe festsitzen und nichts von der Außenwelt bzw. dem 21. Jahrhundert hören? So gerät Lori in eine peinliche Situation nach der anderen. Schon lustig, aber ich an ihrer Stelle wüsste nicht wie ich da reagiert hätte, da sie ja sowieso das Opfer von Mobbing an ihrer Schule ist.

Nach und nach wehrt sich Lori auch endlich mal, nachdem sie viele Rückschläge einstecken musste und der Dschinn es mit seiner "Hilfe" eher schlechter als besser macht. Er will ihr wirklich nur helfen, aber er weiß halt einfach nicht wie die Dinge in dieser neuen Welt laufen. Ich kann Lori da irgendwie gar nicht verstehen: Sie beschwert sich dauernd über die „Hilfe“ des Dschinns, kann aber gar nicht nachvollziehen woher er es auch wissen soll. Weder erklärt sie ihm das 21. Jahrhundert, noch was sie an seinem Vorgehen genau gestört hat. Sie zeigt ihm kein einziges Mal etwas von ihrem Alltag/ ihrem Leben/ der Außenwelt. So ist es auch kein Wunder, dass Lori ihren ersten Wunsch für eine Nichtigkeit verschwendet, da der Dschinn ein Handy nun mal nicht kennt. So waren es nur noch zwei Wünsche und so überlegt sie, ob sie einen Wunsch nicht für Alex, eine Traumfigur oder in ihren Augen andere Sachen investieren soll. Nachdem Lori ihrem Dschinn jedoch ein Versprechen macht stellt man sich selbst die Frage: Was würde ICH mir wünschen, wenn ich drei Wünsche frei hätte?

Im Laufe der Handlung taucht dann auch noch ein neuer Schüler auf, Omar. Mit ihm wird dann alles erst so richtig kompliziert und die Handlung, welche mir bis dato ganz gut gefiel, verwandelte sich in eine Liebesvierecksbeziehung! Omar bemüht sich zunehmen um Lori, was in Alex irgendetwas auszulösen scheint. Erst schaut er dauernd weg und dann als er plötzlich Konkurrenz spürt kommt er mal in die Puschen. Dann ist da auch noch der Dschinn, welcher rein gar nichts über seine Gefühle preisgibt. Lori aber auch nicht, obwohl sie die Geschichte ja erzählt.

Als wäre das ganze Liebeschaos nicht schon anstrengend genug wird sie plötzlich von Anzugtypen in schwarzen Autos verfolgt, die alte Madame Grizelda interessiert sich plötzlich für sie und sie muss sich gegen die Zicken der Schule wehren. Irgendwann ist man selbst als Leser auch so verwirrt, dass man sich sehnlichst ein wenig Ordnung, viel mehr Informationen und ein schnelles Ende herbeisehnt. Nachdem man von einer Wende zur nächsten stolpert, sich verzweifelt versucht sich selbst irgendwelche Informationen zusammen zu reimen und einfach nur noch frustriert ist, passiert dann endlich auf den letzten Seiten noch etwas. Endlich kommt alles ans Licht und das höchst verwirrende Verwirrspiel (welches die Autorin sicherlich auch nur verwirrt haben kann) löst sich auf. Das hätten wir auch schon früher haben können, aber die „Spannung“ wurde hier einfach künstlich hochgehalten, indem Lori merkwürdige Entscheidungen trifft, die ich nicht bis kaum nachvollziehen konnte. Die Wendung am Ende fand ich allerdings sehr gelungen, auch wenn es kurz davor so aussah, als würde es ein voraussehbares und klischeebelastetes Ende geben. Die Botschaft ist auch klar rüber gekommen: Man braucht keinen Dschinn, um zu bekommen was man wirklich will. Man kann alles aus eigener Kraft schaffen.

Ein Lichtblick war übrigens Nebencharakter (und heimlicher Star des Buches) Becky. Becky ist mir in dem Kapitel richtig ans Herz gewachsen, mehr noch als Lori selbst. Sie ist eine wahnsinnig gute Freundin, etwas schräg, aber total treue und geniale Figuren braucht jeder Roman, vor allem wenn alles so drunter und drüber geht.


Ich mochte das Buch und die Idee, obwohl es teilweise etwas zu wenig Informationen gab und am Ende etwas zu schnell zu viele dann. Manche Szenen wechselten so schnell, da konnte man als Leser gar nicht folgen. Es passiert eigentlich immer was und man kommt nicht richtig zum Luftholen. Lori war mir als
Hauptcharakter nur semi sympathisch, Becky hingegen total. Ich vergebe somit 3,5 Cookies und setzte meine Hoffnungen in den zweiten Band. Bitte ein paar weniger Klischees, mehr Sympathiepunkte für Lori und eine hoffentlich schnelle und schmerzlose Entscheidung für einen der drei Herren, denn diese Vierecksgeschichte soll ja nicht das gesamte Buch ausmachen.


Ich möchte mich ganz herzlich bei Lovelybooks, Impress und der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Mittwoch, 11. März 2015

[Rez(ept)ension] "Traust du dich?" von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler

Bei diesem E-Short handelt es sich um einen Einzelband, welcher am 18.02.2015 beim Bittersweet Verlag erschienen ist und von dem Autorenduo Nadine d'Arachart und Sarah Wedler geschrieben wurde. Das E-Short umfasst 94 Seiten bei einem Preis für 1,49€.


Wetterbrausen – Dunkelstille – Sonnentropfen …
»Furchtlosigkeit. Ehrlichkeit. Das Streben nach Höherem.« Dies ist das Motto der Nathair. Lily ist auf Anhieb fasziniert von dem Geheimbund. Doch der wahre Grund, warum sie sich der Aufnahmeprüfung stellt, hat dunkle Haare und sommerblaue Augen: Darragh.

„Noch nie im Leben war mir so kalt.“

 

Dies wird mein erstes Buch des Autorenduos, ganz einfach um einmal in die Schreibweise reinzuschnuppern. Das Thema interessiert mich sehr und wenn ich schon von einem Geheimbund im Klappentext lese, komme ich gar nicht drum herum es ganz zu lesen.


Passend zum Thema Irland wurde auch das Cover des Bittersweets gestaltet. Dunkle und helle Grüntöne, sowie eine Efeuranke zieren den Rahmen. Zudem ist das Muster recht schuppig, was auch super zur Geschichte passt. Zu dem Warum möchte ich aber noch nicht vorgreifen.


Lily Everett zieht nach der Trennung ihrer Eltern mit ihrer Mutter von dem geliebten New York in die Ödnis von Irland. Sie besucht dort das Internat Dysert O'Dea und ist sich sicher: Sie wird hier vor Langeweile zwischen Wäldern und Regen sterben. Jedoch findet sie in Jenny, ihrer Zimmergenossin, gleich eine neue Freundin und dann ist da auch noch Darragh O'Mara. Er ist nicht nur unglaublich gutaussehend, beliebt und der Sohn des Direktors, sondern er hat auch noch ein Geheimnis, welches ihr von Jenny offenbart wird. Darragh ist Mitglied in einem Geheimbund, den Nathair. Lily ist sich sicher: Sie wird alles dafür tun, um aufgenommen zu werden und um in seiner Nähe sein zu dürfen. Doch die Aufnahmeprüfungen sind nicht ohne und Lily stößt das ein oder andere Mal an ihre Grenzen. Sie muss sich den Herausforderungen stellen, oder sie wird Darragh verlieren.


Lily ist ein Charakter, für den ich sehr zwiegespaltene Gefühle hege. Ich hatte sehr große Schwierigkeiten mich in sie hineinzuversetzen und ihre Handlungsweisen nachzuvollziehen. Einerseits ist sie sehr mutig und schlau, da sie schnell Rätsel und schier unlösbare Aufgaben löst und sich dann der Herausforderung stellt. Andererseits ist sie in manchen Situationen wirklich sehr naiv, denn sie begibt sich in so manche Gefahrensituation nur aus der Liebe zu Darragh, obwohl sie fast nichts über diese Geheimorganisation weiß. Natürlich spielt da die Einsamkeit und auch der Trotz zu ihren Eltern etwas rein, aber so liebeblind kann doch niemand sein! Ich meine: Sie leistet einen wirklich radikalen Schwur, obwohl sie gar nicht genau weiß auf was sie sich bei den Nathair einlässt und auch nicht nachfragt, wenn ich nur den Typen heiß finde! Sie kennt ihn ja nicht mal, nur von einer kurzen Begegnung. Aber vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt für die Zielgruppe und vielleicht will Lily auch nur verzweifelt irgendwo dazugehören.

Darragh ist der Mädchenschwarm am Internat, aber wirkte trotz allem nicht eingebildet, obwohl er durchaus allen Grund dazu hätte. Leider konnte ich auch zu ihm keine tiefere Bindung aufbauen, da wir hier einfach viel zu wenige Informationen bekommen. Seine Gefühle für Lily wirkten aber durchaus echt, was zum Ende hin immer deutlicher wird.


Lily muss sich im Laufe der Geschichte drei Mutproben stellen, um in den Geheimbund aufgenommen zu werden. Sie stellt sich Wölfen, der Wahrheit und der Höhe und ist dabei durchaus mutig, aber auch meist naiv. Bald schon erkennt sie, dass es eben nicht nur ein Spiel ist, sondern durchaus ernst. Immer wieder musste ich verwundert Inne halten und fragte mich, ob jenes oder dieses nicht eine tiefere Bedeutung hat, aber am Ende stellte sich heraus: Hatte es nicht, was ich sehr schade fand. Auch hat es mich gefuchst, dass sie gleich von einer Vermutung auf eine Tatsache geschlossen hat, ohne zu fragen, ohne echten Beweis. Mund auf, fragen und nicht einfach Dinge annehmen! Zudem wird sie immer wieder von einem Nathair, welcher ihr nicht wohlgesonnen ist, provoziert. Damit geht sie recht gut um, ist aber recht naiv in ihrer Hoffnung auf Versöhnung. Die letzte Mutprobe fand ich wirklich außergewöhnlich gut beschrieben! Teilweise habe ich mich gefühlt, als wäre ich selbst in der Situation. Die Auflösung zur dritten Mutprobe fand ich großartig, aber leider bekommt das rasche und klischeehafte Ende auch noch ein jähes und noch klischeehafteres Ende. Und was ist mit dem Danach? Ich hätte mir einen kleinen Epilog gewünscht, denn so bleibt mir viel zu viel offen.

Alles in Allem hat mir die Geschichte gut gefallen- Mut, Tapferkeit und Liebe lassen Lily an sich selbst wachsen. Irland als Kulisse- wow. Aus der Kurzgeschichte hätte man aber noch so viel mehr machen können und ich trauere um das verschenkte Potential. Von mir gibt es also 3,5 Cookies, da mich die Idee, die Geschichte und der Schreibstil überzeugen konnten. Die Charaktere waren mir leider über die gesamte Geschichte hinweg sehr fremd, aber ich bin sicher viele Jugendliche werden sich mit ihnen identifizieren können.


Herzlichen Dank an den Bittersweet Verlag sowie die Autorinnen Nadine d'Arachart und Sarah Wedler für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Montag, 23. Februar 2015

[Rez(ept)ension] "Seth. Als die Sterne fielen" von Christine Millman

Es handelt sich um einen Einzelband, welcher von der Autorin Christine Millman geschrieben wurde und am 05.02.2015 im Impress Verlag erschien. Das E-Book gibt es für 3,99€ bei einer Seitenanzahl von 348 Seiten.

Noch 336 Stunden, dann wird der Asteroid Seth die Erde erreichen. Während die Regierung die Gefahr zu verschleiern versucht, findet die achtzehnjährige Mariam heraus, was den Menschen tatsächlich bevorsteht. Die Verwüstung ihres Planeten. Dennoch gehört ausgerechnet Mariam zu den wenigen Auserwählten, die auf eine Rettung zählen können. Trotz oder vielleicht gerade wegen der drohenden Katastrophe, wagt sie es endlich auf Chris zuzugehen, den Jungen, in den sie schon so lange verliebt ist. Aber es bleibt nicht mehr viel Zeit…

„ ‚… trotz seiner Größe wird ein Einschlag als unwahrscheinlich angesehen.‘ “ (Position 16)


 
Ich erwarte mir vom Buch eine gewisse Endzeitatmosphäre, die durch den Einschlag von Seth ausgelöst wird. Ich bin gespannt wie die Autorin die Veränderungen der Umwelt beschreibt, vor allem die Veränderungen der Menschen und der Natur. Außerdem bin ich gespannt auf wie diese Rettung aussehen wird und ob die Liebe in solch einer Zeit eine Chance hat. Allerding sind wir hier bei Impress, deswegen erwarte ich nicht allzu gruseliges/ blutiges/ schreckliches.


Das Cover ist von der Farbgebung her sehr schön! Ich liebe den Blauton und die kleinen Lichtpunkte, welche wohl Sterne darstellen sollen. Nicht so schön: Ein Mädchen aufs Cover gepackt. Auch wenn sie sehr durchscheinend ist, was mich an einen Geist erinnert und die wildesten Spekulationen in mir auslöst, so sehr hätte ich mir doch irgendwie einen Asteroiden auf dem Cover gewünscht ;).


Zuerst einmal möchte ich sagen, dass das behandelte Thema dieses Buches sicher kein einfaches ist. Wenn ein Asteroid auf die Erde einschlägt, dann wäre von der Menschheit wohl nicht mehr viel übrig. Dementsprechend grausam würden die letzten Menschen ums Überleben kämpfen. Ich möchte vorwegschicken, dass dieses Buch nicht einfach zu lesen ist und Leser mit schwachen Nerven oder einer großen Vorstellungskraft vielleicht etwas zu sehr mitgenommen werden könnten. Die Geschichte spielt so nah an der Wirklichkeit, dass ich an manchen Stellen enorm zu kämpfen hatte. Die Altersempfehlung von 14 Jahren würde ich demnach auf 16 Jahre anheben.

Mariam ist achtzehn Jahre alt und für ihr Alter sehr zielstrebig. Sie lernt sehr viel für ihre guten Noten, was praktisch ihren Lebenssinn ausmacht. Noch während im Fernsehen der Asteroid angekündigt wird, schaltet sie auf stumm, um sich besser konzentrieren zu können. Doch als ihre Mutter ihr die schreckliche Wahrheit vom tatsächlichen Einschlag Seths auf der Erde erzählt, bricht für Mariam eine Welt zusammen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie begreift, was sie alles im Leben verpasst hat, indem sie sich an ihre guten Noten klammerte. Aber sie begreift auch, was es für eine Last sein kann, wenn man einer der Überlebenden sein wird. Ihre Familie wird gerettet, doch nicht alle. Mariam denkt in diesem Augenblick vor allem an ihre Mitmenschen, was in dieser Situation nicht jeder getan hätte. Sie muss ihre über alles geliebte Oma zurücklassen und noch so viele andere Menschen- da verliert sie die Fassung. Außerdem ist da noch Chris, der sie um ein Date gebeten hat. Doch darf man sich im Angesicht des Untergangs verlieben? Wie viel Mut braucht man, um sich auf die Liebe einzulassen, wenn man doch weiß das was man zurücklassen muss?

Chris ist ein sympathischer Charakter, welchen man sofort ins Herz schließt. Er ist recht schüchtern und auch etwas unbeholfen, wenn es um den Umgang mit Mariam geht. In einer Anwandlung von Mut, fragt er sie ganz gerade heraus nach einem Date und ist erstaunt, als Mariam zusagt. Das erste Date verläuft dann so viel anders als erwartet, aber hier lernt man den wahren Chris kennen: Fürsorglich, ein guter Zuhörer und stark. Aus dem schüchternen Jungen entwickelt sich in den wenigen gemeinsamen Tagen ein kämpfender Mann, welcher seine Familie vor dem nahenden Untergang beschützen möchte, was mir mein Herz manchmal sehr schwer machte. Seine Reaktion auf die Wahrheit ist sehr authentisch. Man merkt, dass er vor allem seinen kleinen Bruder Luca sehr liebt, auch wenn er ihn manchmal als Nesthäkchen verspottet.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Mariam und Chris erzählt. Dadurch lässt sich vor allem die riesige Kluft zwischen reich und arm erahnen. Wer entscheidet welcher Mensch als rettungswürdig gilt und welcher nicht? Warum dürfen manche leben während andere zum Sterben zurückgelassen werden? Zudem wurde das Thema Sterbehilfe angesprochen, was ich einerseits sehr realistisch aber auch gleichzeitig schockierend fand. Ein sehr heikles Thema, aber in dieser Situation fast schon gerechtfertigt, jedenfalls besser, als zu verhungern.


Alles beginnt mit einem Vertuschungsversuch der Regierung. An jedem Kapitelanfang werden Auszüge aus den Nachrichten gezeigt, welche über den eventuell bevorstehenden Einschlag des Asteroiden Seth berichten. Diese sollen die Bevölkerung beschwichtigen und werfen den Leser mitten rein ins Geschehen. Denn obwohl in den Nachrichten davon gesprochen wird, dass er die Erde knapp verfehlen wird, ist dem nicht so. Diese Idee fand ich grandios, zeigen sie doch umso mehr, dass wir jeden Tag belogen werden könnten. Vielleicht steuert jetzt in dem Moment ein Asteroid auf unsere Erde zu und die Regierung würde es nicht mal erwähnen. Ein sehr bedrückendes Gefühl.
Wir erfahren, dass die Geschichte ein wenig in der Zukunft spielt, denn Plasmafernseher und Fernbedienungen sind veraltet und das Programm wechseln funktioniert über unsere Stimme. Dennoch sind das eher Kleinigkeiten, denn fliegende Autos gibt es nicht, was vermuten lässt, dass es eine nahe Zukunft ist.

Noch während ihren wenigen Tagen zusammen mit Chris macht sich langsam die aufsteigende Panik breit. Die Leute werden unruhig, ahnen etwas und so werden Hamsterkäufe getätigt, welche mich in dem Ausmaß erschrocken haben. Während sich die Lage immer mehr zuspitzt, das Militär immer präsenter wird und schlussendlich nicht einmal mehr dem eigenen Nachbarn getraut werden kann, macht sich ein beklemmendes Gefühl in einem breit. Wie lange dauert es, bis man in solch einer Extremsituation seine Menschlichkeit verliert? Ein Gedankenkarussell, welches so leicht nicht wieder zu bremsen ist und durch emotionale Szenen noch weiter angeheizt wird. Und schließlich ist der Tag bekommen: Mariam muss Chris zurück lassen. Gerade erst haben sie sich gefunden und schon droht der endgültige Abschluss. Die wenigen Tage zusammen waren schmerzhaft schön und beide hoffen, dass sie sich eines Tages wieder finden werden, dass sie es überleben werden. Die Liebe der Beiden greift tiefer, als ich das von den paar Tagen dachte, aber wenn man so wenig Zeit hat lebt man die Gefühle auch intensiver.

Auf die Geschehnisse nach der Trennung möchte ich hier nicht weiter eingehen, da sie zu sehr spoilern würden. Nur so viel: Nach dem Einschlag von Seth sind die Szenen sehr realistisch geschildert, fast schon ein wenig zu realistisch. Es geht ums nackte Überleben und die Menschlichkeit blieb sehr oft auf der Strecke. Nun heißt es nicht mehr reich oder arm, sondern stark und schwach. Die Veränderungen des Klimas haben mich nicht überrascht, dafür aber umso mehr, wie sich die Menschen gewandelt haben. Ich hatte meine Schwierigkeiten mit der Brutalität mancher Szenen und dem massenhaften Sterben. Es ist nicht damit getan sich in den Keller zu setzten und seine Nahrungsmittel aufzubrauchen, die Realität schaut anders aus. Es war erschreckend und fast schon emotionskalt von der Autorin. Gegen Ende nimmt die Spannung noch einmal ab, bevor sie dann punktuell wieder ansteigt. Das Ende als solches hat mir dann doch gefallen, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden war. Vor allem Chris macht eine starke Veränderung durch, während Mariam noch immer etwas naiv ist und so eine Entscheidung am Ende trifft, die ich absolut nicht in Ordnung fand. Es kommt einem so vor, als ob sie nichts aus dem Tod vieler Menschen gelernt hätte. Chris jedoch hat sich dafür umso mehr verändert, passt sich jeder Situation an und weiß sie zu bekämpfen, ist nun stärker als jemals zuvor und schützt die Menschen die er liebt um jeden Preis.
Das Ende lässt sehr viel Raum für eine Fortsetzung, die ich mir doch schon irgendwo wünschen würde. Viele Fragen bleiben ungeklärt und das Gedankenkarussell dreht sich stetig weiter.
Eine erschreckend realistische Darstellung vom Untergang der Menschheit, welche ich so beim Lesen des Klappentextes nicht erwartet hätte. Die Autorin weiß, wie sie die Szenen beschreiben muss, um die realistisch erscheinen zu lassen. Manchmal war es ein wenig zu viel an Brutalität, an Tod und Verderben. Die Altersempfehlung sollte demnach angehoben werden. Das Ende konnte mich versöhnlicher stimmen, auch wenn ich sehr auf eine Fortsetzung hoffe, da noch einige Fragen offen geblieben sind. Ich vergebe somit 3,5 Cookies mit der Hoffnung, dass auf der Erde niemals ein Asteroid einschlagen wird.

Ich möchte mich ganz herzlich beim Impress Verlag und der Autorin Christine Millman für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

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