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Sonntag, 16. Januar 2022

[Rez(ept)ension] "Du & ich und das Ende der Welt" von Brianna Bourne


Das Buch ist ein Einzelband, welcher am 29.11.21 im Carlsen Verlag als Klappbroschur für einen Preis von 15,00€ erschienen ist. Es wurde von der Autorin Brianna Bourne geschrieben und von der Übersetzerin Sylke Hachmeister übersetzt. Insgesamt hat das Buch 384 Seiten.


 Ballerina Hannah erwacht in einer stillen, einsamen Stadt. Houston ist leergefegt, sie selbst der einzige Mensch. Erst der Sound einer E-Gitarre führt sie zu jemand anderem: dem coolen Metal-Fan Leo. Gemeinsam streifen sie durch die Straßen, erkunden Museen, das große Festivalgelände, suchen nach Antworten, Tag für Tag. Dabei kommen sie sich immer näher. Denn ihre Isolation hat auch etwas Befreiendes, plötzlich können Hannah und Leo – die sehr verschieden sind – neue Seiten zeigen. Doch dann verändert sich die Welt um sie herum wieder und es scheint, als würde Leo langsam verschwinden. 

„Ich hätte zu Hause bleiben sollen.“ (Seite 7)

 

Als mir und vielen anderen Blogger*innen das Buch in der Programmvorstellung von Carlsen gezeigt wurde, hatte ich währenddessen eine Gänsehaut. Allein die knappe Vorstellungsrunde schaffte es, mich vollkommen einzunehmen und mir alle möglichen Szenarien auszumalen, warum diese beiden Menschen die letzten Menschen auf der Welt sein sollten. Ich wollte unbedingt den Grund wissen. Dementsprechend hoch sind auch meine Erwartungen an das Buch. Ich erwarte Gänsehautmomente, einen Hauch von Liebe und vor allem eine plausible Begründung am Ende.


Das Cover ist in Lila- sowie Pinktönen gehalten. In der unteren Hälfte sieht man zwei junge Menschen sehr nah zusammen vor einem Abgrund sitzen, welche wahrscheinlich die Protagonisten darstellen sollen. Sie schauen in eine Landschaft hinab. In der oberen Hälfte sieht man im Hintergrund sehr viele Wolken und Himmel sowie den Buchtitel. Das Cover wird von einem dünnen Rahmen geziert, welches ebenfalls in Lila- sowie Pinktönen gehalten ist. In der unteren rechten Ecke befindet sich das Verlagslogo. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Cover nicht zum Kauf des Buches verleitet hätte. Nur anhand des Covers hätte ich auf eine ausschließliche Liebesgeschichte geschlossen und keineswegs dystopische Züge erwartet. Zum Glück wurde mir das Buch vorgestellt und ich habe den Klappentext gelesen.


Die Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut. Das Buch hat einen soften Touch, der Buchtitel ist mit Spotlack überzogen und wirkt ein wenig erhaben auf dem Cover. Das Buch wird abwechselnd aus der ICH-Perspektive der beiden Protagonisten Hannah und Leo erzählt. Die einzelnen Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen des oder der Erzähler*in sowie einer Silhouettenillustration der Protagonisten, welche Rücken an Rücken sitzen, versehen. Je nachdem, ob Leo oder Hannah gerade die Geschichte erzählt, ist die Silhouette des bzw. der Erzähler*in dunkler.

Der Debütroman der Autorin entführt einem zu Anfang des Buches direkt in die menschenleere Stadt Houston, besser gesagt mitten hinein in die Geschichte zu Hannah, welche in einem Buchladen nach Ablenkung und guten Büchern sucht. Ich war zugleich sehr ergriffen, denn wir erfahren, dass es nun schon fünf Tage her ist, seitdem Hannah einen anderen Menschen getroffen hat. Alle Menschen sind verschwunden und Hannah rätselt warum. Ich habe sofort mitgerätselt. Wie gruselig sich vorzustellen, dass man eines Morgens aufwacht und wirklich alle Menschen sind weg. Kein Mensch auf der Straße, kein Auto fährt, kein Licht brennt irgendwo, niemand in einer vollen Stadt, keiner geht zur Arbeit, kein Hinweis darauf was passiert sein könnte – ja, sogar die Tiere sind verschwunden. Du kannst niemanden anrufen, denn keiner geht ans Handy. Die sozialen Medien sind tot, wie eingefroren auf dem letzten Datum vor fünf Tagen. Im Radio spielt nur Musik und kein Nachrichtensprecher spricht von aktuellen Meldungen. Gruselig, unheimlich, angsteinflößend!

Kein Wunder, dass Hannah sich in ihrem Zuhause verkrochen hat und so wenig wie möglich nach draußen gehen möchte. Ich hätte es ihr ganz genauso gleichgetan. Hannah ist eigentlich eine pflichtbewusste, angehende Ballerina, welche für ihren großen Auftritt täglich probt. Sie zieht sich in ihr Baletttraining und ihre Routinen zurück, doch das kann die Stille nicht füllen. Als sie es nicht mehr aushält, fährt sie zum Buchladen der Familie von ihrer besten Freundin und trifft dabei unerwartet auf einen weiteren Menschen: Leo. Sie kennt ihn von der Schule, denn Leo ist ein Musiker und recht bekannt. Dieser hat die letzten fünf Tage mit den wildesten Aktionen gefüllt, um die Stille zu übertönen. Sie schließen sich zusammen und erleben so einiges zusammen. Das kam mir nur natürlich vor, auch wenn sie sich vorher kaum kannten. Wenn du den einzigen Menschen in einer sonst verlassenen Stadt triffst, dann bleibt ihr zusammen. Ich hatte das Gefühl, dass sie im Verlauf der Geschichte immer mehr sie selbst sein konnten, aus den sich selbst gesteckten Grenzen ausbrechen und alle Erwartungen hinter sich lassen. Die Geschichte lebt auch von der Charakterentwicklung der beiden, den vielen Gesprächen und den Einblicken in ihr Innerstes.

Als besonders schön habe ich empfunden, dass die Leidenschaften der beiden Teenager immer wieder in die Geschichte integriert werden. Hannah springt beispielsweise mit einer Abfolge von Tanzschritten durch ein Autofenster, während Leo Hannahs Stimme analysiert. Diese Kleinigkeiten lassen die Figuren authentisch wirken und unterstreichen noch ihre Persönlichkeit. Sie wirken nicht, als ob man ihnen das Kostüm einer Ballerina oder Musikers übergestreift hätte, sondern sie leben das. Wobei die Charaktere, natürlich im Laufe der Geschehnisse, sich auch weiterentwickeln. Jedoch möchte ich dazu nicht zu viel verraten, sonst würde ich spoilern.

Leo und Hannah kommen sich im Verlauf der Geschichte immer näher. Sie rätseln zusammen und zweifeln natürlich an ihren Gefühlen, denn sie sind die letzten beiden Menschen. Fühlen sie sich deswegen zueinander hingezogen? Oder ist da etwas anderes im Spiel? Und was hat es mit den vielen mysteriösen Geschehnissen auf sich? Warum geht die Sonne manchmal so schnell unter und woher kommt dieser unbarmherzige Wind? An einigen Stellen hatte ich wirklich Gänsehaut, denn in dem einen Moment ist noch alles so schön zwischen den Beiden und im Nächsten ist deutlich eine höhere Macht zu spüren, die ihre eigenen Pläne zu verfolgen scheint. Doch was hat es damit auf sich? Hannah und Leo wollen beide herausfinden, warum sie die letzten beiden Menschen in Houston sind und gleichzeitig die Augen davor verschließen. Natürlich ergaben sich bei mir auch Fragen: Wie kann es sein, dass nach fünf Tagen ohne Menschen kein Atomkraftwerk in die Luft fliegt oder niemand eine Herdplatte angelassen hat?

Mit der Auflösung war ich am Ende einigermaßen zufrieden. Es ist durchaus logisch gemacht, was es mit der menschenleeren Stadt auf sich hat und gleichzeitig war ich nicht hundertprozentig damit zufrieden. Obgleich die Auflösung sehr emotional war! Ich kann es gar nicht richtig fassen, nur irgendwie wurde über den gesamten Verlauf der Geschichte eine so hohe Erwartungshaltung in mir aufgebaut, was es mit der leeren Stadt auf sich hat, dass die Auflösung nicht ganz mit meinen Erwartungen mithalten konnte. Von all den Dingen, die es hätten sein können, welche die Charaktere selbst schon erwogen hatten, habe ich DAMIT nicht gerechnet - was ja grundsätzlich immer gut ist. Nur klang in meine Empfindungen auch ein wenig „Von all den Dingen ist es ausgerechnet das?“ mit. Nichtsdestotrotz habe ich das Ende sehr gerne gelesen. 
 

In der dystopisch angehauchten Geschichte verbirgt sich gleichzeitig die Liebesgeschichte der ungleichen Protagonisten Leo und Hannah. Ich mochte die Dynamik der beiden sehr gerne. Die Figuren waren authentisch und machen eine schöne Entwicklung durch. Das Setting hatte mich sowieso von der ersten Seite an. Lediglich die Auflösung konnte mit meinen Erwartungen nicht mithalten, auch wenn sie logisch war. Insgesamt gebe ich dem Buch 4 Cookies und freue mich schon auf Neues aus der Feder der Autorin.


Ich möchte mich ganz herzlich beim Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

 

Samstag, 28. August 2021

[Rez(ept)ension] "It's okay not to be okay" von Scarlett Curtis (Hrsg.)


Bei „It’s okay not tob e okay“ von Scarlett Curtis (Herausgeber) handelt es sich um einen Sammelband mit Beiträgen verschiedener Autor*innen, welcher am 29.07.2021 für 14,00€ im Carlsen Verlag erschienen ist. Das Buch hat insgesamt 320 Seiten.


  Ein Mutmacher für alle, denen es gerade nicht gut geht.
Psychische Gesundheit geht uns alle an. Trotzdem trauen sich die wenigsten, offen darüber zu sprechen. Die britische Aktivistin Scarlett Curtis hat es sich zu ihrer Mission gemacht, dieses gesellschaftliche Tabu zu brechen, und gefragt: Was bedeutet psychische Gesundheit für dich? Mehr als 30 inspirierende Menschen teilen in dieser Anthologie ihre ganz persönliche Geschichte. Die Texte sind aufrüttelnd, lustig, schonungslos, poetisch und tröstend. Sie sind wie ein Zuruf, ein lautes Signal, das alle da draußen wissen lässt: Du bist nicht allein! Egal, was du gerade durchmachst – es ist okay.

Es ist okay, nicht okay zu sein.
Es ist okay, zu weinen.
Es ist okay, wütend zu sein.
Es ist okay, um Hilfe zu bitten.
Es ist okay, im Bett zu bleiben.
Es ist okay, wenn du nicht darüber reden willst.
Es ist okay, eine Therapie zu machen.
Es ist okay, Medikamente zu nehmen.
Es ist okay, menschlich zu sein.

Das hier ist kein Lehrbuch. Es wurde nicht ausschließlich von professionellen Psycholog*innen oder Psychiater*innen geschrieben. Es ist persönlich. Aber im Teilen von persönlichen Geschichten liegt eine gewaltige Kraft. 

 


„Dieses Buch ist heftig.“ (Seite 9)

 

Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so genau, was ich mir von diesem Buch erwarte. Ich halte dieses Thema für sehr wichtig und freue mich, dass viele Menschen immer offener damit umgehen. Deswegen möchte ich den Verlag auch mit einer Rezension unterstützen, damit das Buch hoffentlich noch mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich erwarte natürlich, dass das Buch keine leichte Kost sein wird und mich emotional mitnimmt. Ich bin gespannt was so viele Menschen zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit zu sagen haben.


Das Cover besticht durch seine einfache Art. Der Hintergrund ist weiß und mittig befindet sich der Titel, welcher in sich abstufenden Blautönen gehalten ist. Die Blautönen werden am oberen Rand mit verschiedenen flachen Elementen wieder aufgegriffen und „verlaufen“ sich dann. Das weckt bei mir den Vergleich zu Wasser. Am unteren Rand befindet sich der Spruch „Inspirierende Persönlichkeiten sprechen über psychische Gesundheit“ und der Name der Herausgeberin Scarlett Curtis. Ich finde das Cover insgesamt sehr schlicht und dennoch ansprechend, da ich Blautöne unglaublich gerne mag. Auch finde ich, dass so ein wichtige Thema auch ein ansprechendes und dennoch schlichtes Cover benötigt, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken und dennoch respektvoll zu sein.


Das Buch beginnt mit einer Triggerwarnung, welch ich ziemlich wichtig finde. Meiner Meinung nach können Menschen, die keine Triggerwarnungen lesen wollen, diese ganz einfach überblättern. Das funktioniert einwandfrei. In diesem Buch wird eine Triggerwarnung für die Themen Depressionen, Suizidgedanken und Angststörungen ausgesprochen.

Dieses Buch ist eine Sammlung verschiedener Autor*innen mit Beiträgen von z.B.Emma Thompson, Emilia Clarke, Hannah Witton, James Blake, Lena Dunham, Matt Haig, Naomi Campbell und noch einigen mehr. Außerdem enthält die deutsche Ausgabe exklusiv Texte von z.B. Angelina Boerger, Coldmirror (Kathrin Fricke) und Pia Kabitzsch. Die Beiträge sind in verschiedene Kategorien gegliedert wie z.B. „Es ist okay zu Schreien“ oder „Es ist okay sich helfen zu lassen“. Manche Passagen sind in Großbuchstaben und größerer Schrift gedruckt. Zu guter Letzt gibt es von der Herausgeberin noch eine „Es ist okay“-Liste, Platz für solch eine eigene Liste und Hilfsangebote für Deutschland, Österreich und Schweiz, bei der sich Betroffene Hilfe holen können. Diese Gliederung empfand ich als sehr gut und besonders schön sind die Hilfsangebote. Wenn das Buch einen animiert sich Hilfe zu suchen, werden Personen direkt zur Hilfe geleitet, anstatt das diese wieder aktiv werden und sich diese Dinge selbst heraussuchen müssen. Eine wundervolle Lösung.

So viel zur Aufmachung. Ab jetzt wird es auch ganz schön persönlich. Puh, wo soll ich da nur anfangen? Ich habe das große Glück, dass ich psychisch relativ gesund bin. Es gab da mal eine Zeit in meinem Leben, da ging es mir gar nicht gut. Ich habe Verabredungen abgesagt, um mehr Zeit für die Schule zu haben. Ich habe überlegt, mich von meinem Freund zu trennen, um mehr Zeit für die Schule zu haben. Ich habe das ganze Wochenende kaum geschlafen, um alles aufzuholen, was unter der Woche für die Schule liegen geblieben ist. Ich war nicht depressiv – oder doch? Im Nachhinein schwer zu beurteilen, weil ich mich immer irgendwie doch aufgerafft habe etwas zu machen, aber ich würde mal behaupten dieses Verhalten war ganz und gar nicht gesund und ich vielleicht kurz davor mir einiges in mir kaputt zu machen. Zum Glück war mein Freund und meine Familie für mich da, sonst weiß ich nicht, was aus mir geworden wäre. Und als ich dieses Buch gelesen habe, da habe ich mich tatsächlich ab und an in den Menschen wiedererkannt. Ich hatte quasi einige AHA-Momente.

Warum ich euch das erzähle? Weil viel zu viele Menschen eben nichts darüber erzählen. Alle tun so, als ginge es ihnen gut. Wenn man mich fragt, wie es mir geht, dann neige ich auch eher dazu zu sagen „Danke, alles okay.“ anstatt ihnen zu sagen, wie es mir wirklich geht. Bei den meisten Menschen kann ich aber so offen sein und dafür bin ich dankbar. Doch die wenigsten sind wirklich so ehrlich. Wie auch? In einer Welt, in der wir scheinbar nur perfekte Menschen um uns herum haben, wer will da schon zugeben, dass er eben nicht so perfekt ist? In den Medien sehe ich meist nur gut gebaute, perfekte, marklose Körper. Schöne, aufgeräumte, moderne, geputzte Wohnungen. Ordentliche, farblich und nach Größe sortierte Bücher in perfekten, abgestaubten Bücherregalen. Und dann schaue ich mich in meiner labbrige Jogginghose, in meiner unaufgeräumten Wohnung um und überlege, wie ich tetrismäßig noch das eine Buch ins Regal gequetscht bekomme. Dann frage ich mich, was mit mir nicht stimmt und warum ich mein Leben scheinbar nicht auf die Kette bekomme, so viele aber schon. Und dann muss ich mich bremsen, denn so ist es gar nicht. Mein Leben ist toll! Ich habe großes Glück gesund und fit zu sein, ein Dach über dem Kopf zu haben, Wasser und Strom und genug Essen und ein warmes Bett und … noch so viel mehr. Warum bin ich so undankbar? Moment mal – diese Gedanken führen zu nichts. Merkt ihr das? Das ist ein Teufelskreislauf. Ich mache mich nur selbst immer weiter fertig und das muss aufhören. Das ist es, was mir das Buch zum größten Teil vermittelt hat: Es ist absolut okay so zu fühlen und es ist auch okay sich über sich aufzuregen. Was nicht okay ist, ist anderen ihre Gefühle absprechen zu wollen. Denn ihr wisst nicht, was sie wirklich fühlen. Vielleicht brauchen sie es mit ihrer labbrigen Jogginghose in der unaufgeräumten Wohnung zu sitzen, um ihren Akku aufzuladen. Oder eben auch nicht. Und das ist beides okay.

Meine Bitte an euch ist: Fragt Leute wie es ihnen geht – wie es ihnen wirklich geht. Helft Menschen, wenn ihr seht sie haben es schwer. Ein kleiner Stein kann weite Kreise ziehen. Schaut genau hin – hinter die Fassade. Seid offen zu anderen, damit ermutigt ihr sie auch über ihre Probleme zu sprechen. Versucht empathisch zu sein und nicht gleich zu verurteilen. Seid menschlich. Lest dieses Buch. Lasst es in euch arbeiten.

Einen Stern Abzug gibt es von mir, da nicht alle Texte der Originalausgabe auch ins Deutsche übersetzt wurden. Im Original „It’s NOT okay to Feel Blue [and other lies]“ sind über 70 Autor*innen mit ihren Texten veröffentlicht worden. In der deutschen Ausgabe sind es nur etwas mehr als die Hälfte. Es gibt zwar exklusiv deutsche Autor*innen, was ich sehr schön fand, aber die hätte es, meiner Meinung nach, zusätzlich geben sollen. So sind viele Original-Beiträge nicht im Buch enthalten und ich frage mich doch sehr, wer darüber entschieden hat welche Beiträge und vor allem von welchen Autor*innen, ins Buch kommen – und welche nicht. Ich vermisse einige Beiträge, die in der Originalausgabe von Lesern als hilfreich beworben wurden. Ich hätte sie auch sehr gerne gelesen. Muss ich dazu jetzt zum englischen Original greifen oder kommt vom Carlsen Verlag ein zweiter Band? Ich hoffe jetzt einfach Mal auf Letzteres, einfach weil der Verlag mit diesem Buch schon einen großen, wichtigen und wahrscheinlich auch wagemutigen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.


Dieses Buch war keine einfache Kost und dennoch ist es ein wichtiges Buch über ein Thema, das heutzutage viel zu selten thematisiert wird. Viele der Texte haben eine starke Aussage. Sie arbeiten in einem. Ich habe mich sogar ab und an in dem einen oder anderen Text wiedergefunden. Die Aufmachung ist sehr gut und vor allem die Hilfsangebote am Ende des Buches finde ich gelungen. Leider haben es nicht alle Texte der Originalausgabe in die deutsche Übersetzung geschafft, zugleich es exklusive Texte deutscher Autor*innen im Buch gibt. Insgesamt gebe ich dem Buch 4 Cookies und hoffe sehr, dass der Verlag vielleicht noch einen zweiten Band mit den restlichen Texten herausbringt.


Ich möchte mich recht herzlich beim Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Mittwoch, 29. Januar 2020

[3 Bookies] "Percy Jackson- Diebe im Olymp", "Percy Jackson- Im Bann des Zyklopen von Rick Riordan und "Daughter of Darkness and Light" von Karin Kratt



"Percy Jackson 01- Diebe im Olymp" von Rick Riordan [4 Cookies]
Der erste Band dieserKinderbuchreihe war damals wie heute ein riesen Erfolg! Ich weiß noch wie ich damals überall das Cover gesehen habe und dann der Kinofilm herauskam. Endlich habe ich es nun auch geschafft den Auftakt zu lesen welcher schon viel zu lange ungelesen im Regal stand. Mit den Jahren habe ich mir die gesamte Reihe ersammelt und dieses Jahr endlich begonnen. Was soll ich sagen? Ich verstehe nun, warum die Reihe so ein Hype war. Zwar hat sie mich nicht vollkommen überzeugen können, da mir manche Sachen einfach zu glatt gingen, doch ich habe die Charaktere schon jetzt ins Herz geschlossen. Klar, man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine Kinderbuchreihe handelt und ich mit meinen 25 Jahren kein Kind mehr bin :D. Doch ich freue mich nun schon auf den zweiten Band und eine Rückkehr ins Camp Halfblood.



"Percy Jackson 02- Im Bann Des Zyklopen" von Rick Riordan [4 Cookies]
Den zweiten Band habe ich dann gleich nach dem ersten Band begonnen. Ich musste ja immerhin wissen wie es weiter geht ;). Auch der zweite Band konnte mich überzeugen. Percy ist ein wenig erwachsener geworden und steht nach wie vor für seine Freunde ein. Auch hier ging es mir an manchen Stellen wieder etwas zu glatt, weil Kinderbuch, doch dieses Mal hat der Autor bewusst viel Spannung eingebaut und so war zwischenzeitlich nun wirklich nicht klar, wie es um manchen Charakter nun steht. Das Ende fand ich mega! Mit dieser Wende hätte ich ja nun wirklich nicht gerechnet und ich bin gespannt, auf wen die Prophezeiung nun zutreffen wird ;). Ich hab mir jedenfalls gleich mal den dritten Band zur Seite gelegt.



"Daughter of Darkness and Light" von Karin Kratt [5 Cookies]
Das ich die Autorin Karin Kratt wegen ihrer Seday Academy aus dem Dark Diamonds Verlag liebe, das wisst ihr ja alle schon ;). Doch die Autorin hat im Impress Verlag noch einen Einzelband veröffentlicht, welchen ich damals kurz nach Erscheinen gelesen, doch nie rezensiert hatte. Das fiel mir nun erst wieder auf, als mich kurz nach Neujahr die Lust auf einen ReRead packte! Deswegen gibt es nun eine Kurzrezi, damit die Autorin und der Verlag wenigstens eine kleine Rückmeldung bekommt, denn das haben beide verdient! Können wir bitte, nur ganz kurz, festhalten wie schön dieses Cover ist? Ja? Ihr seht hier Jenna mit Eure Majestät Wegweiser ♥. Das Buch hat mich anfangs wirklich überrascht. Jenna führt so ziemlich das perfekte Leben, doch sie muss feststellen, dass alles nur ein Lügengebilde ist, als ihre Eltern ermordet werden, die weder ihr richtigen noch ihre Adoptiveltern sind - von einem Wesen aus einer anderen Welt! Sie droht alles zu verlieren, doch ihre kleine Schwester Carlee ist wirklich ein Goldstück und "rettet sie". Die beiden Schwestern sind wirklich ein Herz und eine Seele. In vielen Romanen habe ich schon von Geschwisterliebe gelesen, doch hier erreicht sie nicht nur meine Augen, sondern auch mein Herz. Ich habe der Autorin sofort abgekauft, dass die Geschwister eine ganz besondere Verbindung haben, die sich über den gesamten Roman zieht. Ich finde auch, dass die "Angestellten" des Hauses eine Bemerkung verdienen, denn sie sind für die Schwestern mehr Familie als Bedienstete und helfen ihnen in ihrer Trauer sehr. Jenna findet heraus, dass sie ein Kind zweier Welten ist und damit so ziemlich alleine dasteht. Doch ein alter Mann und dessen Lehrling helfen ihr aus und führen sie ein in eine Welt, die gleichzeitig wunderschön und abschreckend zugleich ist: Die Schattenwelt. Mehr als für mich überraschend, dass die Liebesgeschichte vom Klappentext erst ca. nach der Hälfte des Buches ins Rollen kommt. Vorher begegnen wir Katesh nichtmal :D. Das war neu und erfrischend, aber dadurch eben auch arg gestopft. Besonderen Dank nochmal an die Autorin für eine Anspielung auf den NussCookie ♥! Da ist mir wirklich das Herz aufgegangen und ich musste auch ein wenig weinen. Den einzigen kleinen Kritikpunkt habe ich bei der Liebesgeschichte. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen - das fand ich dann doch etwas schade :D. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Entwicklungszeit gewünscht. Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Ende dann doch super spannend war! Ich kann gar nichts verraten ohne zu spoilern, deswegen lest doch einfach selbst ;).



Habt ihr eines der Bücher schon gelesen oder stehen sie bereits auf eurem SuB :)?

Mittwoch, 4. April 2018

[3 Bookies] "Romina. Tochter der Liebe" von Annie Laine// "Longtiantang. Noemis Ruf" von Ava Blum// "Millionen" von Frank Cottrell Boyce


"Romina. Tochter der Liebe" von Annie Laine [4 Cookies]
Dieses Buch aus der Feder der Autorin Annie Laine ist mein erstes Buch von ihr, aber es wird sicherlich nicht mein letztes Buch bleiben ;). Es ist ein Einzelband, welches sich rund um die Halbgöttin Romina dreht. Ihre Mutter war ein Mensch, ihr Vater ist der Gott Eros auch besser bekannt als Amor. Wir bekommen einen Einblick in ihr göttliches Leben, in dem sie auf der Erde wandelt und Menschen verkuppelt sowie auf dem Olymp die Zeit mit ihren Freunden verbringt. So richtig spannend wird es aber erst, als sie von dort verbannt wird direkt in ein kleines Ort in den USA und quasi direkt zu Devin :D. Devin ist DER perfekte Mann: Verständnisvoll, einfühlsam, humorvoll, ... *hier bitte so ziemlich jede gute Eigenschaft die es gibt einfügen*. Rominas Handlungen konnte ich nicht immer so ganz nachvollziehen und ein paar mal wollte ich sie auf schütteln, aber im Grunde konnte ich sie sehr gut verstehen. Das Ende war einfach nur genau nach meinem Geschmack und es löst sich wirklich alles auf, was am Anfang ein Fragezeichen war. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn mich die Potagonistin stellenweise etwas mit ihre Art genervt hat. Dafür gibt es ein paar Abzüge, aber das Ende war Zucker ♥.


"Longtiantang. Noemis Ruf" von Ava Blum [3,5 Cookies]
Diese Kurzgeschichte aus der Uebersinnlich Reihe des Ueberreuter Verlags habe ich über die Skoobe App gelesen. Ich habe mich so sehr über das Paar Noemi und Liam gefreut, denn entgegen der meisten Geschichten war dieses Paar schon vor dem Beginn des Buches zusammen. Nur leider ist Noemi zu Beginn der Geschichte verstorben. Die Geschichte war super interessant, aber ich kann nicht zu viel verraten, ohne zu spoilern. Ich mochte allerdings die familiären Bande und die Freundschaften, sowie die Welt von Longtiantang. Leider gab es zwischendurch immer wieder Stellen, die ich mir ausführlicher oder realistischer gewünscht hätte. Das Ende hat mir dann so gar nicht gefallen, denn als eigentlich schon alles in bester Ordnung war, musste noch jemand sterben. Das war ein unnötiger Tod und der hätte wirklich nicht sein gemusst, denn er trug weder zur Spannung noch zu einer weiteren wichtigen Handlung bei. Er war einfach unnötig und traurig! Auch gefällt mir die Reaktion auf diesen Tod nicht, denn für mich waren es gefühlt drei Sekunden Trauer, bevor sich über die Liebe gefreut wurde *augenroll*. Das hat die Geschichte für mich leider ein wenig ruiniert, da ich sie bis dahin echt mochte.


"Millionen" von Frank Cottrell Boyce [4 Cookies]
Dieses Buch ist ein Einzelband und eines meiner ältesten Bücher auf dem SuB, welches nun allerdings von mir befreit und gelesen wurde ;). Dieses Buch war auf jeden Fall anders als gedacht und viel tiefgründiger, als ich es anfangs erwartet hätte. Dieses Buch zum Thema Geld, Anderssein und Verlust hat mich auf eine andere Art und Weise berührt ♥. Ich kann es jedenfalls nur empfehlen, denn es zeigt auch sehr gut die Schattenseiten von Geld und was Geld aus einem Menschen machen kann. Das Ende hat mir auch gut gefallen, auch wenn ich am Anfang mit einem solchen Ausgang gar nicht gerechnet hatte. Zwischendurch hatte es immer mal wieder Längen, aber dennoch finde ich die Botschaft des Buches so herausstechend, dass ich dem Buch gerade so die 4 Cookies gegeben habe. Wenn ihr es also noch ungelesen in eurem Bücherregal stehen habt, dann schnappt es euch und lest mal rein. Ich hoffe euch kann es genauso überraschend überzeugen, wie es das bei mir tun konnte.


Wer hat einen dieser Einzelbände gelesen? Teilt eure Meinung mit mir :)!

Donnerstag, 29. März 2018

[3 Bookies] "Unter den Drei Monden" von Ewa A. // "Shortlist digi:talents Schreibwettbewerb Romantasy 2018" von Digi:tales// "Plötzlich Prinz 01- Das Erbe der Feen" von Julie Kagawa



"Unter den Drei Monden" von Ewa A. [ 4,5 Cookies]
Dies ist der erste Band einer Dilogie aus dem von mir geliebten Dark Diamonds Verlag. Dieses E-Book war eins der sechs, welche der Verlag zum ins Startprogramm mit aufgenommen hat. Ich war echt überrascht, als ein zweiter Band angekündigt wurde, aber da dieser von den Fans herbeigesehnt wurde, erblickte er noch das Licht der Welt. Ganz ehrlich? Das kann ich total verstehen!
Der erste Band hat von mir 4,5 Cookies bekommen, ganz einfach weil ich mit den Charakteren richtig mitgefiebert habe. Kadlin, eine Smar und Bram, ein Unaru. Ihre Stämme sind Feindesstämme, doch für Kadlin ist dies Grund genug die alte Fehde zu beenden. Doch leider hat sie die Rechnung ohne ihren Noch-Nicht-Ehemann, ohen Bram und noch einige mehr gemacht. Kadlin und ihre beste Freundin Lijufe müssen als Jungen verkleidet fliehen - und ab da beginnt der große Spaß :D. Es war wirklich höchst amüsant und gleichzeitig prickelnd zu lesen. Zu keiner Zeit habe ich irgendwelche Längen empfunden, und das bei 515 Seiten, obwohl ich mir manchmal dachte, dass Bram doch nicht so blind sein könnte! Obwohl man das Ende schon vorherahnen kann, passieren dennoch sehr interessante Wenden, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Mein einziges manko sind die vielen 'unnötigen' Tode. Manch einer wird behaupten, sie hätten zum Fortlauf der Geschichte beigetragen, aber für mich waren sie einfach nur sinnlos, denn man hätte die Situationen auch anders lösen können. Ansonsten freue ich mich jetzt auf Band 2 und kann euch das Buch nur empfehlen :)!


"Shortlist digi:talents Schreibwettbewerb Romantasy 2018" von Digi:tales [4 Cookies]
Dieses Buch war eine Leseproben-Sammlung der Shortlist Titel vom digi:talents Schreibwettbewerb in Kooperation mit Sweek. Insgesamt gab es fünf kleinere Leseproben, über die man übeSocial Media abstimmen konnte, welche der fünf einem am besten gefällt. Mein Favorit war Text C von Julia Niederstraßer mit dem Titel "Sencala- eindeutig vielleicht". Hier ging es um eine Schule für Sencalas, welche sich für eine Seite entscheiden mussten. Unsere protagonistin hat sich zwar entschieden, hadert aber ein wenig mit ihrem Schicksal, denn sie könnte genauso gut auf die eine wie auf die andere Seite gehören, obwohl die Sencalas eigentlich genau auf eine Seite passen sollten ;). Leider hat der Titel nicht gewonnen, dafür aber "Zentolia - Glasglanz" von Tamara Schmid, welches ich auch sehr gerne gelesen habe. Dabei ging es um Zentolia, welches eine abgeschiedene Stadt in der Zukunft ist. Diese wird von einer Herrscherin regiert, die ja nur das allerbeste für die dort lebenden Menschen will. Jajaja. Unsere Protagonistin glaubt an das System, was sie seit Kindesbein an gelernt hat und ist überrascht, als sich plötzlich alles zu verändern beginnt. Insgesamt hat mir der Reader gut gefallen, denn die ganzen Leseproben waren im Genre Romantasy angelegt. Ich hoffe, die anderen Titel schaffen es auch irgendwie an die Öffentlichkeit, denn sie haben mir alle durchweg mal mehr mal weniger gut gefallen ♥.


"Plötzlich Prinz 01- Das Erbe der Feen" von Julie Kagawa [4,5 Cookies]
Der Auftaktband der neuen Spin-Off-Trilogie rund ums Nimmernie. Unser Protagonist ist dieses Mal Ethan Chase, der kleine Bruder von Meghan ;). An alle, welche die "Plötzlich Fee" Reihe noch nicht gelesen haben: Ihr solltet jetzt wegklicken, wenn ihr euch nicht spoilern möchtet. SPOILER! Ethan ist nun ein Teenager und von dem einst so süßen Jungen ist kaum noch was übrig geblieben. Die Feen machen ihm das Leben schwer wo sie nur können. Doch unerwartete Umstände zwingen Ethan mitsamt Kenzie ins Nimmernie, wo er auf seine Schwester und noch jemand interessanten trifft ;). Hachja, ich liebe das Nimmernie bzw. die Welt, welche sich die Autorin hier ausgedacht hat. Ich habe mich wieder wie zu Hause gefühlt und war froh, in die Welt des Nimmernie zurückgekehrt zu sein. Zwar war Ethans Geschichte nicht ganz so gut wie die Hauptreihe, aber ich habe sie wieder sehr genossen. Ich hatte keinesfalls das Gefühl, als wolle die Autorin die Kuh noch mehr melken, damit sie noch mehr Geld verdient. Ich hatte mehr das Gefühl, die Autorin hatte noch so viel zu erzählen, dass sie einfach einen weiteren Band schreiben MUSSTE. Einfach, weil sie die Welt genauso sehr liebt wie ich :) ♥. Ich freue mich schon auf die zwei weiteren Bände, auch wenn ich mich damit endgültig von dieser 'zauberhaften' Welt verabschieden muss.



Habt ihr eines der Bücher gelesen? Wenn ja, was haltet ihr von ihnen :)?

Freitag, 23. Dezember 2016

[Rez(ept)ension] "Seelenhauch" von Annie J. Dean


Dies ist ein Einzelband, welcher am 28.11.2016 beim Dark Diamonds Verlag erschienen ist und von der Autorin Annie J. Dean geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 439 Seiten bei einem Preis von 4,99€.


**Für einige Geheimnisse muss man direkt in die Vergangenheit reisen…**
Die 20-jährige Helen glaubt nicht an Geister. Als fertig ausgebildete Krankenschwester hat sie bereits einige Menschen sterben sehen, aber nie wurde sie von einer rastlosen Seele heimgesucht. Das ändert sich schlagartig, als sie sich nach einer scheinbar harmlosen Partie Gläserrücken plötzlich nicht mehr allein fühlt und von einem sterbenden Patienten um einen letzten Gefallen gebeten wird: Sie soll das Zuhause eines gewissen Kilian aufsuchen. Ihre Recherche führt sie in ein steinreiches Villenviertel und direkt in die Arme des attraktiven Jungdesigners Elias. Zusammen versuchen sie der Geschichte des verstorbenen Erben auf die Spur zu kommen – und werden dabei direkt in die Vergangenheit katapultiert…



„Seine Gesichtszüge wirken maskenhaft und kühl, während er seine silberne Taschenuhr aus der Weste zieht und sie in einer übertriebenen Ruhe aufklappt.“ (Position 37)

 

Die E-Books vom Dark Diamonds Verlag waren zum Teil sehr gut, zum Teil eher so lala. An dieses Buch habe ich wieder eine hohe Erwartung, da mich das Thema sehr interessiert, aber zugleich auch abschreckt. Nicht logisch? Ich mag Geistergeschichten, die nicht allzu gruselig werden sondern eher an der Oberfläche kratzen. Die lieben und guten Geister dürfen von mir aus alle in die Geschichte. Böse Geister hingegen dürfen nur kurz auftauchen, weil ich sonst ganz schnell Angst bekomme. Ich habe da echt schwache Nerven, weswegen ich Horrorfilme auch nicht vertrage. Da mein Kopf aber schlimmeres entwirft als jeder Filmmacher es könnte, sind Horrorgeschichten nix für mich. Ergo: Geister ja, aber bitte nur die Lieben :D.


In der rechten oberen Ecke des Buches sieht man eine junge Frau mit heller Haut und blonden Locken, die ernst schaut. Diese soll wahrscheinlich Helen darstellen, die Protagonistin des Buches. Gleich daneben, eher mittig, ist ein großes herrschaftliches Anwesen im Winter mit Schnee, Garten und Bäumen im Hintergrund zu sehen. Ansonsten sind die Ecken mit weißen Blumen und edlen Verzierungen zu sehen. Für mich sieht das Buch nicht nach einem gruseligen Geisterbuch aus und das stimmt mich schon mal positiv. Die Blumen geben mir sogar Hoffnung auf nur einen kleinen Geisteranteil. Insgesamt spricht mich das Cover an, allerdings ist das Mädchengesicht mal wieder unnötig- auch wenn dieses Mal wenigstens passend zur Beschreibung der Protagonistin gewählt wurde.


Vorweg: Was habe ich mich nicht stellenweise gegruselt! Ich bin einfach nicht gemacht für die Horrorfilme dieser Welt, genauso wenig für Gruselbücher aller Art, auch wenn nur im geringen Maße davon auch in diesem Buch Grusel vorhanden war. Deswegen habe ich fürs Lesen auch gut einen Monat gebraucht, weil ich abends im Bett unmöglich an der Geschichte lesen konnte ohne mich danach nicht mehr ins Bad zu trauen :D. Lächerlich? Gut möglich, aber ich konnte einfach nicht.

Die Geschichte wird abwechselnd mal aus der Sicht von Helen, der Protagonistin, und aus der Sicht von Elias erzählt. Helen war für mich sehr sympathisch, wenn auch etwas zu wagemutig. Ich persönlich hätte mich wohl als Kugel zusammen gerollt und das wär’s dann mit meiner geistigen Gesundheit gewesen. Sie hingegen reagiert sehr souverän im Anbetracht der Tatsache, dass ein Geist mit ihr Kontakt aufgenommen hat. Allerdings ist sie manchmal auch wirklich naiv und das hat mich ein wenig genervt. Elias hingegen konnte bei mir total punkten: Er ist nicht der typische Bad Boy, aber auch kein Schlaffi. Er trifft das Sprichwort mit der rauen Schale und dem weichen Kern ganz gut, denn seine Tattoos geben ihm erst einmal ein wildes Aussehen, obwohl er im Inneren sehr sensibel ist. Der ‚psychische Knacks‘ hat ihm auch nochmal etwas Besonderes verliehen und ihn menschlicher gemacht. Die Autorin hat es geschafft ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie echt wirken zu lassen. Ich konnte mit ihnen fühlen und habe regelrecht mitgelitten.

Die Stimmung war die ganze Zeit über entweder leicht düster oder geschwängert von Gefahr. Ab dem Moment der Séance zwischen Helen und ihren zwei WG Mitbewohnerinnen Marissa und Ronja. So gut wie alle Menschen haben in ihrem Leben bestimmt schon einmal darüber nachgedacht an einer Séance (=Glaserrücken) teilzunehmen oder haben tatsächlich an einer teilgenommen. (Außer ich, ich würde sterben vor Angst.) Das Setting war dazu auch immer passend gewählt und so gab es für mich kaum einen Moment zum Durchschnaufen, da ich immer angespannt war, denn an jeder Ecke lauern Gefahren für unsere Protagonisten. Fakt ist: Bereits nach dem ersten Kapitel habe ich mich gegruselt und das zog sich durchweg durch die Geschichte- was natürlich für den hervorragenden Schreibstil der Autorin spricht, aber meine Nerven gar nicht gut fanden. Zusammen mit Helen, ihren Freundinnen und Elias werden wir buchstäblich von den Geistern der Vergangenheit verfolgt.

Helen und Elias zieht es jedoch tiefer in die Geschichte und deren Gegenwart wird immer häufiger mit der Vergangenheit verwoben, denn Killian, der Geist welchen sie bei der Séance heraufbeschwören, hat etwas mit ihnen vor- um jeden Preis. Was genau sie allerdings so herausfinden und ob Killian am Ende ein guter oder ein böser Geist ist, dass müsst ihr selbst herausfinden. Ich habe auch lang genug gebraucht und musste so einige unschöne sowie erschreckende Wenden über mich ergehen lassen. Besonders das Ende hatte es nochmal total in sich, sodass ich auch nachts noch die Geschehnisse im Kopf hatte! Gruselig, denn man weiß zu keiner Zeit worauf die Geschichte schlussendlich hinauslaufen wird und ob unsere Protagonisten das überstehen werden. Nervlich bin ich jetzt, am Ende der Geschichte, ein Wrack und so schnell werde ich auch keine Geistergeschichte mehr zur Hand nehmen, allerdings hat mir diese hier doch ausgesprochen gut gefallen. Dafür das ich mich wirklich, wirklich, wirklich gegruselt habe :D.

Kleiner Kritikpunkt am Ende: Gegen Ende hin wiederholen sich einige Abläufe dann doch immer wieder. Die Charaktere trennen sich voneinander, obwohl sie wissen dass es nicht gut ist. Das erinnerte mich sooo sehr an diese abgedroschenen Kinoszenen und ich musste die Augen verdrehen- mehrmals! Denn das passiert leider nicht nur einmal, sondern mehrmals, manchmal sogar hintereinander. Da hätte sich die Autorin doch ruhig mal etwas anderes ausdenken können.


Wer auf Gruselgeschichten steht, der wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen! Den Perspektivwechsel empfand ich, ebenso wie die düstere Stimmung, mehr als gelungen. Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken fast lebensecht. Mir persönlich etwas zu viel Grusel, besonders am Ende, welches einfach nur packend ist. Am Ende gab es ein paar Wiederholungen, welche mir nicht so gut gefallen haben. Alles in Allem aber eine glaubhafte Gruselgeschichte mit Gänsehauteffekt, die von mir 4 Cookies bekommt.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

Montag, 14. November 2016

[Rez(ept)ension] "Seday Academy 01- Gejagte der Schatten" von Karin Kratt



Dies ist der erste Band einer Reihe, welcher am 28.11.2016 beim Dark Diamonds Verlag erschienen ist und von der Autorin Karin Kratt geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 316 Seiten bei einem Preis von 3,99€. Bislang sind laut Autorin in der Reihe 5 Bände geplant, allerdings könnten es auch locker 10 Bände werden, wenn sich die Reihe gut verkauft. Wie viele Bände die Reihe bekommen wird steht also noch nicht endgültig fest und hängt von den Verkaufszahlen der ersten beiden Bände ab.


**Wenn man die Liebe aufs Neue erlernen muss…**
Für die meisten Wesen dieser Welt sieht Cey einfach nur perfekt aus. Denn Cey ist eine J’ajal und daher ist sie nicht nur übernatürlich schön, sondern besitzt auch übermenschliche Eigenschaften, darunter Fähigkeiten, die sie zu einem Leben auf der Flucht verdammen. Nirgends ist sie zu Hause, an keinen Menschen bindet sie ihr Herz. Zu groß ist die Gefahr, dass die Seday sie aufspüren und in ihr System der Täuschungen zwingen. Doch dann begegnet sie Xyen, einem der mächtigsten Anführer der Seday – und einem der attraktivsten. Ausgerechnet er scheint nach und nach Ceys Vertrauen gewinnen zu können. Aber kann Xyen auch Cey vertrauen?



„Der Tag von Ceys Flucht aus Esth Heaven begann wie jeder andere auch.“ (Position 35)

 

Dieses Buch ist mein erstes Buch aus dem neuen Label „Dark Diamonds“ vom Carlsen Verlag. Demnach hoch sind natürlich auch meine Erwartungen. Ich erhoffe mir von den Protagonisten eine gewisse Reife, deren Mangel ich bei Jugendbüchern manchmal nicht so eng sehe. Zudem liebe ich Bücher die in einer Akademie spielen, besonders wenn es sich um ‚magische‘ Akademien handelt. Meine Erwartungen sind also sehr hoch, obwohl ich von dieser Autorin noch nichts gelesen habe.


Das Cover ist in Brauntönen gehalten und wirkt zusammen mit den verschiedenen Abstufungen der Farbe, welche manchmal bis hin ins Schwarze verlaufen können, sehr edel. In der oberen Hälfte des Covers sieht man eine hübsche junge Frau, die den Leser direkt anzuschauen scheint. Ihre braunen langen Haare fallen sofort auf, wie der durchdringende Blick und das nicht vorhandene Lächeln. In der Hälfte des Bildes befindet sich der wunderschön geschlungene Titel, darunter der Untertitel und darunter wiederum das Verlagslogo. Im Hintergrund des Titels kann man ein Gebäude ausmachen, dass wie ein Hochhaus wirkt und wohl die Akademie darstellen soll. Diese liegt wie im Nebel und lässt sich nicht sehr gut ausmachen, aber es reicht um einen Eindruck zu gewinnen. Insgesamt gefällt mir das Cover gut und es hat mich auch neugierig auf das Buch gemacht, auch wenn es nicht zu meinen Favoriten zählt.


Endlich mal wieder ein paar neuartige Wesen! Dieses Mal sind das die J’ajal, die sozusagen ‚bessere Menschen‘ sind. Sie sehen sehr gut aus und haben Fähigkeiten, die normale Menschen nicht haben. Sie können beispielsweise sehr gut mit Waffen umgehen oder Emotionen anderer lesen oder oder oder. Die J’ajal waren einst Menschen, die als junge Erwachsene zu J’ajal erwacht sind. Leider erfahren wir im ersten Band noch nicht weshalb dies geschieht, welchen Hintergrund man braucht damit es geschieht oder generell warum es eigentlich J’ajal gibt. Es gibt sie einfach. Da wünsche ich mir in den kommenden Bänden ein wenig mehr Hintergrundwissen.

Cey, unsere Protagonistin, ist eine junge und besonders begabte weibliche J’ajal. Viele ihrer Fähigkeiten kommen erst im Laufe des Buches stärke hervor, sodass man nie weiß mit welcher Gabe sie so alles gesegnet ist. Das kommt daher, dass sie sich nicht gerne in die Karten schauen lässt, auch nicht dem Leser gegenüber. Sie ist sehr geheimnisvoll und daher konnte ich sie immer sehr schlecht einschätzen. Sie lebt anfangs im Verborgenen in einem kleinen Ort, wo sie sich nur an wenige menschliche Freunde bindet. Zwar gibt sie ihr Herz nur an sehr wenige, aber wenn, dann mit voller Inbrunst. Sie ist jedoch ständig auf der Flucht vor anderen J’ajal und lebt so in den Tag hinein ohne sich richtig auf Orte, Menschen oder Hobbys einzulassen. Das fand ich anfangs wirklich befremdlich und so konnte ich nur schwer einen Zugang zu ihr finden, aber mit der Zeit lernt man sie besser kennen, weiß um ihren Beschützerinstinkt und ihr im Grunde freundliches Wesen. Mit Menschen kann sie generell besser als mit ihren Artgenossen und das zeigt sie mehr als deutlich, da sie sich immer wieder für diese einsetzt.

Nachdem Cey an die Seday gerät, insbesondere nachdem sie den Jungen gerettet hat, wurde ich viel wärmer mit ihr. Endlich erfährt man etwas über sie, auch wenn nicht viel. Man merkt ihr allerdings an, dass ihre Vergangenheit sehr düster gewesen sein muss, ihre Kindheit nicht besonders schön war und sie eine besondere J’ajal ist. Daher rührt vielleicht der Schmerz, den sie empfindet, wenn sie einen anderen J’ajal berührt oder ihre mentalen Aussetzer. Der Leser weiß zwar meist nochmals mehr als Xyen, ihr Mentor, aber noch längst nicht alles. Es bleiben immer noch sehr viele Geheimnisse offen, auch nach dem Ende dieses Bandes. Ein paar zu viel für meinen Geschmack, da kaum eine Frage wirklich beantwortet wird. Im Folgeband, der schon diesen Monat erscheint, werden wir dann hoffentlich mehr erfahren. Das liegt vielleicht auch daran, dass Band 1 und Band 2 ursprünglich ein Band waren, der geteilt wurde.

Neben Cey gibt es allerdings noch viele weitere spannende Charaktere wie ihr Mentor Xyen. Er sieht nicht nur gut aus, nein, sein Charakter ist es auch. Mit seiner ruhigen aber bestimmten Art gibt er Cey Halt, wenn es ihr schlecht geht und ist steht‘s um eine diplomatische Lösung bemüht. Dabei kommt er Cey sehr entgegen und setzt sich viel für sie ein, sodass sie sich im Laufe der Zeit immer wohler bei ihm fühlt. Es würde mich nicht wundern, wenn in den Folgebänden daraus eine Liebesgeschichte entstehen würde. Diese gibt es im ersten Band tatsächlich gar nicht! Das war einmal wunderbar erfrischend, da es natürlich auch mal zwischen Charakteren geknistert hat, aber es wurde (noch) nicht daraus. Das passt natürlich auch zu Cey’s Art und alles andere wäre unglaubhaft gewesen.

Die Charaktere sind der Autorin eindeutig gelungen. Cey weiß man nie richtig einzuschätzen, auch wenn man am Ende des Bandes ein Gefühl dafür bekommt. Xyen ist der verständnisvolle Mentor und sein Team genau dazu gemacht Cey langsam aus der Reserve zu locken. Die Handlung lässt aber zu wünschen übrig, die Charaktere sind dafür umso gelungener. Am Anfang wird man komplett in die Geschichte hinein geworfen, was ich zwar immer sehr mag, aber nur wenn der Charakter auch aus seinem Leben erzählt. Hier bin ich mehr geschwommen und habe mich an Bruchstücken festgeklammert. Das blieb im Bezug auf Cey die gesamte Handlung über so. Es passiert auch nicht so viel wie erhofft, man kann die Handlung eigentlich an einer Hand abzählen. Cey verschwindet auch sehr oft und die vielen ungelösten Geheimnisse überwiegen so sehr, dass ich gar nicht wusste wann die Autorin davon endlich mal ein paar lüften wird- Pustekuchen: Gar nicht. Natürlich will man am Anfang der Reihe noch nicht zu viel verraten, aber die Mischung macht es einfach. Allerdings ist das Ende dann nochmal aufwühlend und da hätte ich am liebsten sofort weitergelesen. Anhand der genannten Kritikpunkte merkt man einfach, dass es noch nicht ganz ‚rund‘ ist. Das kann in den Folgebänden aber natürlich noch werden und das erwarte ich auch!


Der erste Band dieser Reihe lässt noch viele – zu viele- Fragen offen, punktet aber mit einer ausgesprochen geheimnisvollen Protagonistin und charismatischen Nebenfiguren. Wer auf Spannung, Fantasy und ungelöste Rätsel steht, der bekommt hier genau das Richtige. Auch wenn es ein paar Kritikpunkte gibt, so kann ich dem Buch guten Gewissens 4 Cookies geben. Ich freue mich schon mehr über die spannende Welt der J’ajal zu erfahren.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley sowie dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken!

Sonntag, 9. Oktober 2016

[Rez(ept)ension] "Beauty Hawk. Der Fluch der Sturmprinzessin" von Andreas Dutter




Dies ist ein Einzelband, welcher am 01.09.2016 beim Impress Verlag erschienen ist und von dem Autoren Andreas Dutter geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen und umfasst 360 Seiten bei einem Preis von 3,99€.


***Glamour und schwarze Federn***
Die 17-jährige Cecilia ist DER aufsteigende Stern am YouTube-Himmel der Beautychannels. Gerade hat sie die unglaubliche Zahl einer halben Million Abonnenten erreicht und wird überall gefeiert, außer in ihrer Schule, wo man sie aus Neid und Misstrauen meidet. Die Abneigung ihr gegenüber geht sogar so weit, dass Cecilia anfängt, dunkle Prophezeiungen zu erhalten. Erst vermutet sie, dass der unheimliche Neue Tristan dahintersteckt. Doch dann wird sie völlig unvorhergesehen vom Schulschwarm Knox auf ein Date eingeladen, der ihr eine Welt eröffnet, die sie alles in einem anderen Licht sehen lässt. Darunter ihre eigene Identität. Aber auch die Absichten von Tristan.



„Seit einigen Minuten waren sie ihm schon auf den Fersen.“ (Position 10)

 

Der liebe Andreas hat es als (nun) einziger Impress Autor ziemlich schwer sich gegen die weibliche Konkurrenz durchzusetzen. Zudem schreibt er aus der Sicht einer weiblichen Protagonistin, was meine Erwartungen nochmals in die Höhe schraubt. Ich hoff wirklich sehr, dass der Schwerpunkt dieser Geschichte mehr auf dem Fantasy-Teil als auf dem Beauty-Teil liegt. Die Beautyblogger und YouTuber haben natürlich ihr gutes Recht über Beauty zu berichten, aber mir liegt das Ganze ein wenig fern :D. Außerdem erhoffe ich mir eine leichte Liebesgeschichte, nichts zu kitschiges. Deswegen bin ich gespannt wie gut der Autor auf dem schmalen Grad meiner Erwartungen wandert und diese unterschiedlichen Themen ausbalanciert.


Das Cover ist ganz in Grau gehalten und spielt mit verschiedenen Grauschattierungen. In der Mitte des Bildes ist das Gesicht eines Mädchens zu sehen, das wohl Cecilia darstellen soll. Sie schaut den Leser direkt an, aber ihr Gesichtsausdruck ist leicht erschrocken, ihre Lippen sind leicht geöffnet. Um ihr Gesicht herum befindet sich eine grau-schwarze Feder, die erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. An der Stelle, wo sich das Gesicht befindet, ist die Farbe der Feder ausgespart. Es scheint so, als würde die Feder ihr Gesicht umschmeicheln. Das Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches und auch das viele Grau ist passend zur Haarfarbe der Protagonistin.


Es ist schwierig eine Rezension zu dem Buch zu verfassen, denn eigentlich möchte ich euch nicht zu viel verraten und jedes Wort könnte für euch ein Spoiler sein, aber andererseits könnte ich sonst auch gar nichts schreiben und ihr würdet hier nur diesen Satz lesen. Deswegen tue ich mich mit dieser Rezension unglaublich schwer und bin mir sicher, sie wird einfach nicht gut werden egal wie oft ich sie noch umschreibe.

Gleich von Anfang an erhält man einen guten Einblick rund um Cecilias Leben: Ihren Beautychannel, ihre Social Media Verliebtheit und das Mobbing bzw. die Ignoranz ihrer Mitschüler. Im Netz wird sie die meiste Zeit gefeiert, aber auch hier gibt es einige Hater. Dabei will Cecilia eigentlich doch nur angenommen werden. Im Laufe des Buches erfahren wir immer mehr über die Inhalte ihres Lebens und auch, mit was sie so ihren Channel und ihre sozialen Medien so füllt. Dabei ist mir natürlich auch aufgefallen, dass so ein Beautychannel mit Agentur hinten dran nicht nur Sonnenschein ist, sondern auch viele Schattenseiten enthält. Natürlich sind die Videos ihre Arbeit, dadurch verdient sie ihr Geld und Vertrag ist Vertrag, aber es ist schon erschreckend zu sehen wie viel Zeit Cecilia in ihre gefühlt 100 Kanäle gesteckt hat. Sie postet/twittert/… gefühlt rund um die Uhr aus ihrem ganzen Leben, auch sehr private Einsichten und das war für sie vollkommen okay, für mich wäre das einfach nur grausig. Von daher kam ich manchmal auch nicht ganz mit Cecilia zurecht. Ich konnte mich manchmal einfach nicht in sie hineinversetzen. Anstatt zu trainieren dreht sie dann Videos, wo ich mir einfach nur mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen wollte. Außerdem ist sie stellenweise so naiv und akzeptiert die Offenbarung durch Tristan sehr schnell, verändert aber nicht ihr eigentliches Handeln und ist dadurch einfach nur ignorant. Grrrr! Ihr seht also: Zwischen mir und Cecilia herrscht eine Art Hass-Liebe, denn manchmal wirkt sie so arrogant, dabei ist sie doch eigentlich ein lustiges Mädchen.

Die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Tristan und Cecilia war mir anfangs zu schnell, gefiel mir am Ende dann aber doch sehr gut. Besonders Tristan hat sich in mein Herz geschlichen. Mit ihm konnte ich viel mehr anfangen als mit Cecilia. Er ist der ‚Nerd‘, aber auf eine gute Art und Weise. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass wir aus der wechselnden Perspektive von Tristan und Cecilia lesen duften, allerdings hätte ich mir gegen Ende hin doch auch mal einen Wechsel in die Perspektive von Graham gewünscht.

Graham ist der Bösewicht in dieser Geschichte. Er taucht erst relativ spät auf, macht seinem Namen aber alle Ehre. Er ist auch ein wenig verrückt, weswegen er manchmal sogar fast sympathisch erscheint. Diese kurzen Eindrücke werden aber immer wieder von seiner Bosheit überlagert.

Die fantastischen Wesen in diesem Roman sind Mischwesen, also Chimären, so viel kann ich euch verraten. Was für Mischwesen, das könntet ihr anhand des Titels herausfinden, aber es gibt noch ein paar mehr. Diese Mischwesen leben schon lange unerkannt auf unserer Welt. Doch dann brach zwischen ihnen ein Krieg aus, der bis heute andauert. Ob und wie Cecilia, Tristan &Co diesen Krieg überlebt, das erfahrt ihr im Roman.

Ansonsten lässt sich noch sagen, dass die Geschichte stellenweise sehr humorvoll war, sich dann aber auch wieder gezogen hat. Im starken Kontrast dazu stehen viele Actionszenen, aber auch gefühlsvolle und romantische Momente. Besonders das Ende hat mich dann doch nochmal gepackt, denn mit den ganzen unerwarteten Wendungen hätte ich nicht gerechnet. Das hat für mich nochmal viel rumgerissen und aus dem 3-Sterne-Buch wurde mehr. Das hätte ich dem Buch gar nicht zugetraut! Das Ende hat mir zwar gefallen, aber der Epilog war mir dann doch ein wenig zu happy dafür was alle davor vorgefallen ist.


Das Buch konnte mich anfangs nicht richtig packen, aber das Ende hat nochmal alles aus dem Buch rausgeholt. Cecilia war für mich nicht meine Lieblingsprotagonistin und am Anfang hatte ich sogar echte Probleme mit ihr. Tristan hingegen mochte ich sehr. Die Fantasywesen in diesem Roman sind recht ‚neu‘. Alles in allem war es ein guter Roman, welcher von mir (aber nur wegen dem Ende) 4 Cookies erhält.


Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und dem Impress Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

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