Dies ist der erste Band einer Trilogie, welcher am 28.10.2016 beim
Dark Diamonds Verlag Verlag erschienen ist und von der Autorin Johanna
Lark geschrieben wurde. Das Buch ist bislang nur als E-Book erschienen
und umfasst 398 Seiten bei einem Preis von 3,99€.
**Was würdest du träumen, wenn du in deinem Traum die Realität ändern könntest?**
Als
Psychologiestudentin sollten der 21-jährigen Klara die Grundbegriffe
der Traumdeutung eigentlich nicht fremd sein. Dennoch kann sie es sich
nicht erklären, warum sie und ihre Freunde auf einmal die gleichen
Träume haben und diese so absolut real wirken. Oder warum sie plötzlich
von einer knisternden Begegnung mit einem höchst attraktiven Studenten
träumt und dieser ganz genau Bescheid zu wissen scheint. Zufall,
Schicksal oder etwas ganz anderes? Als Klara ihre außerordentliche Gabe
der Traumlenkung entdeckt, eröffnen sich ihr plötzlich Welten, die sie
sich kaum vorstellen konnte. Bis sie versteht, dass auch ihre Träume zum
Spielball anderer Begabter werden können…
„Vielleicht hätte ich in der Nacht nach meinem einundzwanzigsten Geburtstag nicht ins Bett gehen sollen.“ (Position 36)
Dies ist das erste Buch, welches ich von dieser Autorin lese. Deshalb
habe ich keine besonders hohen Ansprüche an den Schreibstil und werde
mich einfach überraschen lassen. Der Klappentext liest sich
außerordentlich spannend und ich glaube, dass da ganz viel Potential in
der Geschichte steckt das nun nur noch gut umgesetzt werden muss. An die
Umsetzung habe ich daher hohe Erwartungen. Auch an die Protagonistin
natürlich, immerhin wirbt der Verlag mit den ‚erwachseneren Charakteren‘
und gerade, da Psychologie ja nicht gerade einen niedrigen NC hat,
erwarte ich hier doch eine wirklich gut ausgearbeitete, nicht
klischeehafte Studentin, die im Leben sehr gefestigt und nicht mehr so
‚jugendlich‘ ist.

Im Hintergrund des Covers befindet sich eine Großstadt bei Nacht, die am
unteren Bildrand mit vielen Hochhäusern bestückt ist, die allesamt
beleuchtete Fenster aufweisen. Im oberen Bildabschnitt befindet sich im
Hintergrund der schwarze Nachthimmel mit vereinzelten weißen Punkten,
was die Sterne darstellen könnte. Im Vordergrund befindet sich eine
junge Frau, die wohl Klara darstellen soll. Sie ‚lehnt‘ sich in das
Cover hinein, sodass wir nur ihren Oberkörper sehen können. Die Frau auf
dem Cover hat rötliches Haar, welches über die Hälfte des Covers weht
und was sehr gut zur Haarfarbe von Klara passt. Zudem trägt die junge
Frau ein ausgefallenes gelbliches Kleid, welches auf der linken Schulter
eine Stoffraffung aufweist und zudem ein dünner Stoff über die
Hochhäuser weht. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut, allerdings
hat es sehr wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun, was ich sehr schade
finde.

Kurz vorab: Ich wollte das Buch wirklich mögen, ja wirklich! Die Idee
hat mir so gut gefallen, nur bei der Umsetzung haperte es dann doch
sehr. Ich habe bislang keinerlei Rezension unter 4 Sterne gefunden,
deshalb ist diese [Rez(ept)ension] nicht gerade einfach für mich. Sie
spiegelt aber
meine persönliche Meinung wieder und das einem nicht jedes
Buch so gut gefallen kann wie allen, das ist ja wohl klar.
Das
Buch hat für mich einen sehr flüssigen und klaren
Schreibstil gehabt
der durch die 74 Kapitel, die teilweise sehr kurz waren, noch
unterstrichen wurde und die Geschichte somit noch ‚schneller‘ gemacht
haben. Einmal richtig in der Geschichte drinnen, möchte man sie gar
nicht mehr zur Seite legen.
Allerdings
hatte ich am Anfang ein wenig
Schwierigkeiten in die Geschichte
einzutauchen. Ich wurde mit Klara einfach nicht so warm, wie ich es mir
gewünscht hätte und dies blieb leider auch bis zum Ende des Buches so.
Sie war mir einfach als Mensch nicht sehr sympathisch. Zudem habe ich,
auch nach Abschluss der Geschichte und nochmaligen Lesen des
Klappentextes, das Gefühl, dass der Klappentext mehr verspricht als das
Buch geben kann. Ich hatte mir so viel von dem Buch erhofft und wurde
echt bitter enttäuscht. Vielleicht fällt meine Wertung deshalb nicht
ganz so gut aus, weil die Enttäuschung einfach so stark überwiegt.
Klara
ist unsere Protagonistin, studiert Psychologie und ist 21 Jahre alt-
davon merkt man allerdings nicht viel. Auf mich wirkte sie leider meist
wie eine Pubertierende, die nun endlich die Zeit im Studium gefunden hat
sich all ihren Lastern zu widmen. Wozu sollte sonst ein Studium gut
sein, wenn man nicht massig Alkohol trinken und ordentlich Zigaretten
rauchen darf? Und Joints? Die sind ja wirklich ganz harmlos, da sind die
Autorin und ich einer Meinung- nicht! Natürlich muss auch der erotische
Teil gepflegt werden und was ist schon so schlimm an Sex mit jemand,
den man eigentlich verabscheut, auch wenn es ‚nur‘ im Traum ist? Und
Verhütung im normalen Leben ist sowieso ein uninteressantes Thema.
Generell gab es in diesem Buch viele Stellen, an der Klara auf mich so
naiv und dumm wirkte, da fragte ich mich wirklich, wie sie einen solchen
NC schaffen konnte. Sie nimmt ihr Studium auch nicht sehr ernst, sie
lernt zwar am Ende des Buches, aber man hat mehr das Gefühl, dass das
Studium nur dazu dient eine erwachsenere Kulisse zu schaffen, an dem
alles stattfinden kann. Ja, an vielen Stellen im Buch wollte ich einfach
nur
meinen Kopf auf den Tisch schlagen. Die wenigen Momente, in denen
Klara sofort nach ihrer Aktion feststellt wie doof das eigentlich von
ihr war, wirkten auf mich sehr gestellt. Die einzigen authentischen
Momente mit ihr als Protagonistin erlebte ich nur, als sie von ihrem
Bruder spricht. Dieser liegt seit Monaten im Koma und niemand weiß wann
oder ob er aufwachen wird. Natürlich hat dies für die spätere Geschichte
noch Bedeutung und diese fand ich wiederum sehr gelungen eingearbeitet.
Man merkt Klara deutlich an, dass ihre Beziehung zu ihrem Bruder sehr
innig war. So begleiten wir Klara auch oftmals zu seinem Krankenbett
mit.
Generell ist die
Familiensituation in Klaras Familie sehr kompliziert. Der Vater starb,
die Mutter ist Ärztin und hat sich kaum um die Kinder gekümmert. Der
Bruder liegt nun im Koma und die Tante, welche wie eine Mutter für die
Kinder war, ist verschollen. Genaueres wissen wir noch nicht darüber,
was wiederum im nächsten Teil von Bedeutung sein könnte. Zum Glück hat
Klara aber noch ihre beste Freundin
Jessy, die ich am Anfang der
Geschichte sehr mochte, die sich aber zunehmend durch den Einfluss von
Adrian, eines Kommilitonen, verändert. Was genau die Freundschaft der
beiden zusammen hält wird nicht so ganz klar, aber Fakt ist sie sind
wirklich gute Freundinnen und das habe ich ihnen auch abgekauft.
Natürlich ist die ganze Situation für Klara nicht einfach, besonders als
sie dann noch ihre Traumfähigkeiten entdeckt und verarbeiten muss. Da
ist es okay auch mal schwache Momente zu haben. Aber Klara hat fast nur
solche Momente.
Adrian ist so
eine Figur, die ich beim besten Willen nicht leiden kann. Ein
selbstverliebter, arroganter Schnösel, der sowas von sich überzeugt ist,
dass es noch für 10 weitere Schönlinge reicht. Wie er mit Frauen umgeht
ist mir ein
rotes Tuch vor Augen gewesen. Faszinierende Augen hin oder
her- wie Klara sich nur mit einem solchen Kerl umgeben kann ist mir
schleierhaft, auch wenn ihre beste Freundin scharf auf ihn ist. Hierzu
konnte ich nur wieder besagte Kopf-Tisch-Szene abspielen. Natürlich muss
es ja noch eine
kompliziertere Dreiecksgeschichte geben, denn obwohl
sie den einen Typen will und doch nicht will, gibt es da noch ihren
‚Traummann‘. Dem begegnet sie öfters im Traum und verliebt sich in ihn,
doch gibt es ihn auch in echt? Weder den einen Typen, noch den anderen
Typen konnte ich viel abgewinnen. Natürlich war ich eher für den
Traummann, aber auch hier war mir die Liebesgeschichte so vorhersehbar.
Hoffentlich nimmt sie wenigstens den einen, sonst werde ich wohl
ziemlich explodieren. Dreiecksgeschichten sind einfach nichts für mich
und auch wenn ich hier verstehen kann, wieso die Autorin eine solche
einführt, kann ich dem einen Kerl so gar nichts abgewinnen- GAR NICHTS!
Adrian ist der Autorin somit gut gelungen, denn er ist vielschichtig und
Hassobjekt Nummer 1. Mir passiert es selten, dass ich eine Buchfigur
wirklich so sehr hasse.
Genug
gemeckert! Natürlich gab es auch Dinge, die mir sehr gut gefallen haben.
Das war zum einen der Bösewicht dieser Geschichte, den man nicht sofort
ausmachen kann und es dann doch nicht so ganz glauben will. Auch Adrian
ist der Autorin gut gelungen- der perfekte böse Gegenspieler zur naiven
Klara. Zum anderen hat mir die
Thematik rund um das Träumen sehr gut
gefallen. Die erdachten Träume und ihre Gesetzte waren spannend. Der
Leser erfährt hier auch viele spannende
Fakten rund ums Träumen und
Klarträumen, was ich ja ganz spannend finde. Außerdem wusste ich auch
nie was als nächstes kommen wird. Man kann also den Verlauf der Handlung
kaum voraussehen und bis auf ein paar Kleinigkeiten waren die
Wendungen
für mich doch sehr überraschend, manchmal aber auch ärgerlich.
Das
Ende war für mich dann doch sehr spannend und ich habe es in einem
Rutsch durchgelesen. Es war ein wenig anders, als ich es erwartet hatte,
auch wenn wieder Klischees eingearbeitet wurden. Auch wenn mir vieles
inhaltlich an der Geschichte missfallen hat, so bietet das Ende vom
ersten Band doch ein solides in sich
abgeschlossenes Ende, was als
Ausgangspunkt für den nächsten Band sehr viel Spielraum offen lässt. Das
Ende hat für mich nochmal viel gerettet und ist der einzige Grund,
warum das Buch es noch auf 3 Sterne geschafft hat anstatt die 2,5 zu
behalten. Ob ich den zweiten Band lesen werde, das weiß ich noch nicht
genau. Ich werde wohl den Klappentext abwarten und schauen, ob für mich
immer noch so viele Störfaktoren enthalten sind.
Meiner Meinung nach ein durchschnittlicher Auftakt zu einer Trilogie,
dessen Kauf ich leider nicht empfehlen kann. Die Protagonistin hat mich
durch ihre Naivität und ihr pubertäres Verhalten manchmal in den
Wahnsinn gestürzt, sodass ich sie nicht leiden konnte. Die anderen
Figuren sind der Autorin dafür umso besser gelungen. Wer auf
komplizierte komische Dreiecksgeschichten steht, der wird hier fündig.
Das Ende konnte für mich nochmal viel retten und so rettet sich die
Geschichte auf
3 Cookies. Ob ich den Folgeband lesen werde steht für
mich noch nicht fest, da ich sehr enttäuscht bin.
Ich möchte mich ganz herzlich bei NetGalley und dem Dark Diamonds Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.